Altenberger Dom
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Der Altenberger Dom, häufig auch der "Bergische Dom" genannt, ist die Kirche der ehemaligen Zisterzienser-Abtei Altenberg (1133 - 1803) und heute Pfarrkirche der Kath. Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt Altenberg und der Ev. Kirchengemeinde Altenberg.
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[bearbeiten] Zur Geschichte des Doms
Der Bau der jetzigen Abteikirche begann 1259. Sie wurde nach französischen Vorbildern (1259-1379) als turmlose Querschiff-Basilika mit Chorumgang und Kapellenkranz erbaut. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst.
Die Anlage wechselte danach mehrfach den Besitzer und brannte 1815 fast vollständig ab, wobei auch das Dach der gotischen Kirche stark beschädigt wurde. 1820 kam die Abtei in den Besitz der Familie Fürstenberg, die die Kirche dem preußischen Staat übertrug. Der Wiederaufbau begann 1834. Bei der feierlichen Wiedereinweihung 1847 war auch der preußische König Friedrich Wilhelm IV. anwesend. Er hatte einen großen Teil der benötigten Gelder zur Verfügung gestellt, jedoch unter der Bedingung, dass das Gotteshaus simultan, also von den evangelischen und katholischen Christen, zu nutzen sei.
Seit über 100 Jahren dient er den beiden großen Konfessionen als Gottesdienststätte. Neben seinem kunsthistorischen Wert hat sich der Dom seit Jahrzehnten als Stätte der Kirchenmusik einen Namen gemacht.
[bearbeiten] Baugeschichte
Der Altenberger Dom wurde als Klosterkirche St. Maria Himmelfahrt ab 1255 auf der Stelle eines romanischen Vorgängerbaus errichtet. Graf Adolf IV. von Berg legte am 3. März 1259 unter Anwesenheit des Kölner Erzbischofs Konrad von Hochstaden den Grundstein zum Bergischen Dom. Gemessen am Baubeginn ist er damit in etwa so alt wie der Kölner Dom. 1287 wurde der Chor geweiht, 1379 folgte im Auftrag des Kölner Erzbischofs die Gesamtkonsekration durch Bischof Wikbold von Kulm. Das große Westfenster wurde um 1400 eingesetzt.
Der Zisterzienserorden ist durch Reformen aus dem Benediktinerorden entstanden. Für die Anlage der Klöster bevorzugte er im Gegensatz zu anderen Orden abgeschiedene Tallagen. In der Architektur befolgte er anfangs eine strenge Ordensregel, deren Prinzipien man teilweise auch in Altenberg sieht. Die Bauten mussten von asketischer Einfachheit sein und durften keine Kirchtürme, sondern nur Dachreiter haben. Anfangs waren gerade geschlossene Chorräume und Kapellen vorgeschrieben, ab etwa 1150 galt jedoch der Umgangschor mit Kapellenkranz als Norm und das wurde auch hier verwirklicht. Auch Statuen, farbige Figurenfenster und andere aufwendige Verzierungen waren untersagt. Diese anfangs strengen Regeln wurden jedoch mit der Zeit aufgeweicht.
Der Altenberger Dom ist im gotischen Stil gebaut und besteht aus Drachenfelser Trachyt. Er ist eine dreischiffige Basilika mit einem Chorumgang und sieben Chorkapellen. Hier ist zisterziensische Kargheit mit nordfranzösischen Formen verbunden worden. Den Bauvorschriften des Zisterzienserordens folgend, gibt es nur einen Dachreiter und keine Türme. Figürliche Darstellungen und farbige Verglasungen fehlten in den Anfangsjahren.
Der Innenraum strahlt eine strenge Form der Gotik aus. Die gleiche strenge, klare, lineare Gliederung gilt auch für den Aufriss des Mittelschiffs.
Im Bereich des Chorumgangs befinden sich die ältesten Fenster der Kirche. Von hier bis zum Westfenster stammen sie aus immer jüngeren Epochen. Die Zeit ihrer Entstehung spiegelt sich in der Gestaltung der Fenster: die ältesten, noch ohne jede bildliche Darstellung, sind schlicht und blass; die jüngeren werden immer reicher an Ornamenten und kräftiger in der Farbgestaltung. Im Westfenster aus dem Jahr 1400, das eines der schönsten der deutschen Gotik ist, findet man schließlich konkrete, bildhafte Darstellungen, die die Abkehr von den ursprünglichen zisterziensischen Regeln dokumentieren.
Bei vielen Details in der Kirche ist zu sehen, dass auch schon vor der Entstehungszeit des Westfensters das Farbverbot nicht allzu streng befolgt worden ist. Die Kämpferzone vieler Säulen ist intensiv rot. An zahlreichen Kapitellen spielt die Sinnenlust eine gewisse Rolle, nicht nur in der Farbe, sondern auch im dargestellten Thema, das u.a. eine Weinrebe in vollreifem Zustand darstellt.
Und ebenfalls alles andere als streng ist die Madonna mit Kind, die „Madonna von Altenberg“, die allerdings aus wesentlich späterer Zeit stammt, nämlich von 1530.
In Altenberg ist nicht nur die mittelalterliche Kirche erhalten, sondern auch Teile der ehemaligen Klosteranlage, und zwar ungefähr in der gleichen Lage, in der sie ursprünglich gebaut wurden.
Nach der Säkularisation (1803) wurde die Abtei 1806 vom Kölner Weinhändler Johann Heinrich Pleunissen für 26.415 Reichstaler erworben. Die Chemiker Johann Gottfried Wöllner und Friedrich Mannes pachteten das Gelände und richteten dort eine Chemiefabrik ein um Berliner Blau herzustellen. Nach einer Explosion und anschließendem Brand in der Nacht vom 6. auf den 7. November 1815 wurden die Klostergebäude und das Dach der Abteikirche vernichtet. Die Gebäude verfielen immer mehr. 1830 stürzten erhebliche Teile des südlichen Querschiffs, die Vierung und die angrenzenden Chorpartien ein. In den darauffolgenden Jahren wurden die Ruinen als Steinbruch genutzt.
Im Jahre 1834 erwarb Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim die Klosterkirche und ließ erste Sicherungsmaßnahmen durchführen. Nach einer Schenkung an den preußischen Staat unterstützte Friedrich Wilhelm III. maßgeblich die Restaurierung der Abteikirche mit der Auflage (die in einer Kabinettsorder Friedrich Wilhelm IV. vom 15. September 1856 niedergelegt wurde), dass sie zukünftig als Simultankirche genutzt werde. Der erste evangelische Gottesdienst fand dann am 13. August 1857 statt.
Weitere Restaurierungsphasen erfolgten 1894 bis 1912 sowie in den 1960er-Jahren. Zu dieser Zeit wurde eine Fußbodenheizung verlegt, die aber schon bald nicht mehr funktionierte.
[bearbeiten] Das Westfenster
Das um 1390 entworfene und vermutlich vor 1400 fertig gestellte Westfenster des Altenberger Doms ist das größte gotische Kirchenfenster nördlich der Alpen. Es stellt das Himmlische Jerusalem dar. Die Stifter des Fenster, das erste bergische Herzogspaar Anna von Bayern und Wilhelm von Jülich, sind als kniende Stifter in der Glasmalerei dargestellt. Die Entwürfe für das Westfenster stammen von einem anonymen Maler, der nach einem seiner Werke als Meister des Berswordt-Retabels bezeichnet wird und vermutlich von 1385 bis kurz 1400 in Köln tätig war. Die heutige Ordnung der Scheiben liegt im Ausbau kurz nach 1821 begründet und wurde nach der dritten Restaurierung von 1894 bis 1898 hergestellt; die letzte Restaurierung des Westfensters wurde von 1994 bis Mai 2005 in der Werkstatt von Glasmalerei Peters GmbH in Paderborn durchgeführt. Im Rahmen von sehr umfangreichen Sanierungsarbeiten am Dom wurde dabei auch eine Schutzverglasung eingebaut; das farbige Fenster ist dadurch im Abstand von einigen Zentimetern innen davor gehängt worden, um es zukünftig vor den Einflüssen der Witterung zu schützen. Es wurden auch zusätzliche Verstrebungen, so genannte Windeisen, eingebaut, wofür eine seitliche Durchbohrung der Wand erforderlich war. Allerdings konnte nicht das komplette Westfenster restauriert werden, da in den 1960er Jahren Arbeiten vorgenommen worden waren, die sich nicht leicht rückgängig machen ließen.
[bearbeiten] Konzerte und Orgel
Im Altenberger Dom finden regelmäßig von April bis Oktober Konzerte statt, darunter viele Orgelkonzerte. Die bedeutende Orgel stammt aus dem Jahr 1980 und wurde von der Firma Klais in Bonn gebaut und unter der Leitung von Günther Schumacher montiert. Sie besteht aus insgesamt 6300 Pfeifen, deren kleinste 7 mm und deren größte 12 m misst. Sie wiegt ungefähr 30 Tonnen. Im Dezember 2005 wurde die Orgel nach der Sanierung des Doms grundlegend reorganisiert und umintoniert. Die Reorganisation umfasste den Neubau einiger Register. Ab Mai 2007 erfolgte die letzte Erweiterungsphase der Domorgel mit dem Einbau der Pedalregister Donner 64′, Contraposaune 32′, Quinque Decimus 10 2/3´, Trompete 8´ und der Hochdruckregister Tuba mirabilis 16' + 8'. Die Tuben sind in einem separaten Schwellkasten untergebracht und erhalten einen Winddruck von 500 mm Wassersäule.
[bearbeiten] Gräber der Fürsten und Herzöge
Im Altenberger Dom liegt unter anderem der letzte Herzog und Fürst aus der bergischen Linie, Wilhelm III. von Berg, begraben. Begründet wurde die Tradition dieses Bestattungsortes durch Adolf II. von Berg, der ebenfalls hier (zwischen 1165 und 1170) (als Mönch) begraben wurde. Noch bis ins 16. Jahrhundert ließen sich die fürstlichen Herrscher in der Kapelle beisetzen.
Weiterhin liegen im Altenberger Dom begraben:
- Everhard von Berg, Graf († zwischen 1145 und 1152)
- Adolf II. von Berg, Klosterstifter, er wurde zuerst 1170in der Markuskapelle in Odenthal beigesetzt, aber beim Begräbnis des Propstes Konrad von Berg 1313 in den Dom umgebettet.
- Adolf IV. von Berg, Graf († 1259)
- Wilhelm I. von Berg, Graf († 1308)
- Konrad I. von Berg, Propst († 1313)
- Gerhard von Berg, Graf († 1360)
- Wilhelm I. von Berg, Herzog († 25. Juni 1408)
- Adolf von Jülich-Berg, Herzog, er starb als Mönch im Kloster Groß St. Martin in Köln 1437
- Gerhard von Jülich-Berg, Herzog († 1475)
- Wilhelm von Jülich-Berg, Herzog († 1511) und Gemahlin Sybilla von Brandenburg (Grabplatte verschwunden)
[bearbeiten] Wo finde ich den "Bergischen Dom"
Altenberg - Teil der Gemeinde Odenthal - liegt am Rande des Bergischen Landes, etwa je 20 Kilometer von den Städten Leverkusen, Bergisch-Gladbach, Solingen und Remscheid entfernt. Autofahrer gelangen nach Altenberg über die B51 oder A1 / Anschlusstelle Burscheid. Mittelpunkt Altenbergs ist der Altenberger Dom.
[bearbeiten] Literatur
- David Bosbach, Randolf Link, Torsten Ehrhardt: Bildschönes Altenberg. 750 Jahre Klosterlandschaft im Tal der Dhünn; Gaasterland Verlag, 2010; ISBN 978-3-935873-40-6; Neuerscheinung
[bearbeiten] Weblinks
Koordinaten: 51° 3′ N, 7° 7′ O
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