Ambulantes ökumenisches Hospiz Radevormwald
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Das ambulante ökumenische Hospiz Radevormwald ist eine Regionalgruppe der „Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand e.V.“ (IGSL e.V.). Es widmet sich in Radevormwald der Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen in ihrer letzten Lebensphase sowie der Unterstützung der Angehörigen bzw. Hinterbliebenen. Das Sterben als wichtige und wertvolle Zeit des Lebens anzusehen, ist ein Grundgedanke in der Hospizarbeit („Leben bis zuletzt“).
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Situation
Die meisten Menschen möchten gerne in vertrauter Umgebung im Kreise ihrer Lieben sterben. Die wenigsten jedoch bekommen dazu die Gelegenheit, denn das Thema Tod und Sterben wird mehr und mehr institutionalisiert. So sterben die meisten Menschen in einem Krankenhaus oder in einem Senioren- bzw. Pflegeheim. Viele von ihnen allein. Statistisch gesehen verbringt nur einer von zehn Menschen seinen Lebensabend begleitet in seinem Zuhause.
[bearbeiten] Aufgabe
Das ambulante ökumenische Hospiz Radevormwald möchte sterbende Menschen in den letzten Tagen und Stunden ihres Lebens menschlich begleiten und ihnen das Gefühl von Liebe und Geborgenheit vermitteln. Auch die Betreuung der Angehörigen in der Phase des Abschiednehmens und in der Zeit der Trauer gehört zur ambulanten Hospizarbeit. Sie richtet sich nach den Leitgedanken „Schwerkranke begleiten, Sterbenden nahe sein, Angehörige stützen“.
[bearbeiten] Umsetzung
Die Angebote richten sich an alle Bürgerinnen und Bürger von Radevormwald. Nationalität, Konfession, Religion, Alter, Einkommen usw. spielen dabei keine Rolle. Auch ist es unerheblich, ob die Begleitung des sterbenden Menschen in dessen Wohnung, im Krankenhaus, im Heim oder in einer anderen Einrichtung stattfindet. Ebenso spielt es keine Rolle, ob die Begleitung sich über Monate, Wochen, Tage oder auch nur Stunden erstrecken soll. Die individuellen Bedürfnisse und Wünsche des sterbenden Menschen stehen stets im Mittelpunkt der Arbeit und alle Bereiche der Tätigkeit richten sich so weit wie möglich nach ihnen aus.
[bearbeiten] Hilfe für Sterbende
Die Wünsche eines Menschen in seiner letzten Lebensphase sind unterschiedlich. Die Hospizhelferinnen und -helfer nehmen sich im Betreuungsdienst die Zeit um zum Beispiel beim Sterbenden am Bett zu sitzen, ihm die Hand zu Halten, Gespräche mit ihm führen, ihm zuzuhören. Besteht der Wunsch, etwas vorgelesen zu bekommen, zu singen, zu beten, einen Spaziergang zu unternehmen oder ähnliches, wird auch dies nach Möglichkeit gern getan. Für viele Menschen ist das Gefühl, dass jemand da ist, der Zuwendung, Zeit und Nähe schenkt, ein großes Glück. Oft sind es kleine, manchmal ganz unscheinbare Dinge, kleine Handreichungen und Hilfen, die Erleichterung und ein Stück inneren Frieden schenken können. Auch die Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit Sinn-Fragen und seelischen Belastungen ist ein wichtiger Teil der Hospizarbeit.
Auch zum Angebot des ambulanten Hospizes gehört die Unterstützung bei Willenserklärungen, Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen für lebensbedrohliche Situationen als Möglichkeit der Selbstbestimmung in der letzten Lebensphase.
Die Hospizhelferinnen und -helfer begleiten, unterstützen und entlasten, ersetzen jedoch durch ihren Einsatz für den kranken und sterbenden Menschen nicht dessen Familie und auch kein Pflegepersonal.
[bearbeiten] Hilfe für Angehörige
Angehörige werden in der Phase des Abschiednehmens, unmittelbar nach dem Tod des nahestehenden Menschen und in der Zeit der Trauer begleitet. Dies umfasst nicht nur das Dableiben, wenn der Tod eingetreten ist sowie Gesprächsangebote und Unterstützung in organisatorischen Fragen, sondern auch das Angebot, zum Hospizcafé für Trauernde zu kommen. Dort wird die Möglichkeit gegeben, sich bei Kaffee und Kuchen mit Gleichgesinnten auszutauschen und Gespräche mit den Hospizhelferinnen und -helfern zu führen. Dies kann sowohl in der Gruppe als auch in Einzelgesprächen geschehen.
[bearbeiten] Sonstiges
- Gegenüber Außenstehenden wahren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Schweigepflicht.
- Die Arbeit wird kostenfrei angeboten und wird über Spenden, Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse und Stiftungen finanziert. Die Hospizhelferinnen und -helfer arbeiten ehrenamtlich.
- Die Hospizhelferinnen und -helfer sind unterschiedlichen Alters und kommen aus verschiedenen Berufen. Gemeinsam ist ihnen die christliche Grundüberzeugung.
- Aktive Sterbehilfe und Lebensverlängerung um jeden Preis werden strikt abgelehnt. Das ambulante ökumenische Hospiz Radevormwald setzt sich vielmehr dafür ein, dass Menschen die letzte Phase ihres Lebens so bewusst, würdevoll und frei von körperlichen und seelischen Schmerzen wie möglichst verbringen können, ohne dass das Leben künstlich verkürzt wird. Befürwortet werden daher ausdrücklich palliativmedizische und schmerztherapeutische Maßnahmen.
- Das ambulante Hospiz arbeitet bei Bedarf mit Pflegediensten, Schmerztherapeuten, Medizinern, Seelsorgern, Kirchengemeinden und stationären Einrichtungen eng zusammen. Die Diakonie- und die GWG-Sozialstation, die Johanniter-Einrichtungen und die Alten- und Seniorenwohnheime sind in Radevormwald feste Kooperationseinrichtungen des Hospizes.
- Regelmäßig werden einjährige Hospiz-Vorbereitungskurse angeboten. Wer daran erfolgreich teilgenommen hat, kann das ambulante Hospiz als Mitarbeiter/in unterstützen.
[bearbeiten] Auf dem Weg ans Ufer
Auf dem Weg ans Ufer
Ich werde nicht mit Dir hinübergehen,
aber ich begleite Dich an die Grenze.
Ich werde den Schmerz nicht von Dir nehmen,
aber ich werde mit Dir fühlen.
Ich werde nicht verneinen was ist,
aber ich reiche Dir die Hand auf der Suche nach dem Warum und dem Ja.
Ich werde mich nicht aufgeben.
Ich werde Dich loslassen, wenn die Zeit kommt
und ich bin mit all meinem Respekt und mit meiner Liebe bei Dir und Deinem Weg,
bis ans Ufer.
(Mu-un-Ra)
[bearbeiten] Kontakt
Ökumenisches Hospiz Radevormwald
Siepenstraße 37
42477 Radevormwald
Telefon und Fax: 0 21 95/68 49 36
Email: hospiz-rade@freenet.de
Ansprechpartnerin: Marina Weidner (Koordinatorin)
Sprechzeiten: donnerstags von 16.00 - 18.00 Uhr und nach Vereinbarung
[bearbeiten] Literatur
- Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e.V. (Hrsg.): Ambulante Hospizarbeit
- Michaela Seul, Theda Krohm-Linke: Ein Abschied in Würde: Sterbebegleitung, Hospiz, Palliativbetreuung
- Beate Lakotta, Walter Schels: Noch mal leben vor dem Tod: Wenn Menschen sterben
[bearbeiten] Weblinks
- Weblink zur Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand e.V.
- Allgemeine Informationen zum Thema „Hospiz“
- rga-Artikel zum Tag der Kinderhospizarbeit 2/2008 in Radevormwald
