Drogenhandel im Bergischen Land

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Für den Drogenhandel im Bergischen Land scheint das Städtedreieck Solingen-Remscheid-Wuppertal prädestiniert zu sein: Mit viel Wald verkehrsgünstig gelegen an drei Autobahnen, zwischen den Großstädten Köln und Düsseldorf sowie unweit von Holland bietet es sich geradezu an. Mittelstarke Drogenringe sind im Bergischen Land etabliert und alle Arten von illegalen Drogen sind durch sie mehr oder weniger einfach zu bekommen. Zum Beispiel sämtliche Opiate, Cannabis, Kokain, Amphetamine, Crack, Anabolika usw.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Drogenhandel

Drogenhändler („Dealer“ / engl. für „Händler“) organisieren den Kauf und Verkauf von illegalen Drogen als finanziell lukratives Geschäft. Unerlaubter Handel mit illegalen Drogen ist in Deutschland nach §§ 29 ff. des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) verboten und wird mit Geld- oder Freiheitsstrafe bestraft. Während sich der Drogenhandel lange Zeit überwiegend auf öffentlichen Plätzen in Innenstädten abspielte, verlagert sich der Handel zunehmend in Außenbezirke mit angrenzenden Waldstücken, die für Depots genutzt werden. Häufige Razzien und Personenkontrollen durch die Polizei sowie Überwachungskameras in der City tragen zu dieser Verlagerung bei. Mobilität ist darum im Drogehandel mittlerweile sehr wichtig: So wird auch aus dem Auto heraus verkauft, Drogenhändler suchen ihre Kunden auf und bieten ihre Ware häufig in der Nähe von Jugendzentren, Schulen, auf Schulhöfen usw. an. Nicht selten werden illegale Drogenproben an junge Menschen verschenkt. Dealer setzen dabei auf den Effekt, dass es zu einer Abhängigkeit kommt, mit der sich schließlich durch den späteren Verkauf der Drogen Geld verdienen lässt.

Im Schulzentrum Remscheid-Hackenberg beispielsweise führte das zu einer Elterninitiative, die durch gezielte Patrouillen die Dealer vertreiben konnte.

[bearbeiten] Drogenkonsum

Alle Drogen – sowohl die harten (z.B. Heroin und Kokain) als auch die sogenannten weichen (z.B. Cannabis und Alkohol) und die legalen Drogen (z.B. Tabak und Medikamente) - sind potentiell gefährlich und ihr Konsum führt unter Umständen schnell zu Sucht und körperlich-psychischer Abhängigkeit. Drogenkonsum hat verschiedene Ursachen. Gemeinsam ist zumindest in der Anfangzeit der Reiz, dass durch die Einnahme bestimmter Substanzen positive Gefühle eine Steigerung und negative Gefühle eine Verdrängung erfahren. Dieser Effekt hängt zum einen von der Substanz ab, zum anderen von der konsumierten Menge, die klassisch mit der Dauer des Konsums ansteigt aber auch vom Persönlichkeitsprofil des Konsumenten.

Laut Angaben der Polizei ist die Zahl von Drogenkonsumenten im Städtedreieck Solingen-Wuppertal-Remscheid in den letzten Jahren von etwa 4.000 auf 10.000 gestiegen. Zunehmend häufiger konsumieren Kinder und Jugendliche Rauschmittel, oft sogenannte weiche Drogen wie Cannabis und Amphetamine. Mehr als ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen kommt mittlerweile mit Drogen in Kontakt, z.B. hat rund ein Drittel der 12- bis 25-Jährigen schon mindestens einmal Cannabis konsumiert. Immer häufiger entwickelt sich aus dem vermeintlich harmlosen Ausprobieren ein gewohnheitsmäßiger Konsum, danach ein verfestigtes Suchtverhalten und schließlich eine Drogenabhängigkeit. Heranwachsende aus sozial schwachen Familien sind ebenso wie Kinder und Jugendliche mit psychischen Störungen im Besonderen gefährdet, jedoch gibt es keine Faktoren, die einen Drogenkonsum völlig ausschließen und immun gegen Sucht machen. Prinzipiell kann jeder Mensch egal welchen Alters, welcher sozialen Herkunft usw. drogenabhängig werden.

[bearbeiten] Drogenkriminalität

Alle Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zählen in Deutschland zur Drogenkriminalität (Rauschgiftkriminalität). Jeder Dealer, der illegale Drogen ohne Erlaubnis der zuständigen Behörden in Umlauf bringt, macht sich strafbar.

Für Drogenkonsumenten ist neben der Abhängigkeits- und Suchtgefahr, körperlich-organischer Schäden, Krankheiten (z.B. HIV-Infektion durch gemeinsame Spritzennutzung), Entwicklungsverzögerungen, psychischer Störungen usw. auch die Gefährdung gegeben, straffällig zu werden: Drogenkonsum ist teuer und der Finanzierungsdruck zur Kostendeckung ist mitunter sehr groß. Um den Drogenkonsum zu finanzieren, gelangen viele Konsumenten früher oder später in den Bereich der Beschaffungskriminalität. Häufigste Vergehen sind dabei sogenannte Eigentumsdelikte, also z.B. Einbruch, Raub und Diebstahl um entweder an die gewünschte Substanz zu gelangen oder um sich Geld für den Kauf zu beschaffen (bzw. Wertgegenstände, die verkauft werden können). Auch die sogenannte Beschaffungsprostitution ist ein Bereich der Drogenkriminalität. Hierbei stellen sich drogenabhängige Frauen und Männer gegen Bezahlung für die Vornahme sexueller Handlungen durch sogenannte „Freier“ zur Verfügung und kaufen sich mit dem Geld die Suchtmittel.

[bearbeiten] Gesellschaftlicher Umgang mit Drogenhandel und -konsum

Eine Maßnahme gegen Drogenkriminalität ist die kontrollierte Abgabe der Drogen oder die Ausgabe von Drogenersatzstoffen. Das ernsthafte Nachdenken über eine Legalisierung von Drogen bei entsprechender Besteuerung erscheint vielen ebenfalls lohnenswert. Drogensüchtige könnten auf Rezept und begleitet konsumieren. Bei der Originalstoffabgabe würden Todesfälle durch verunreinigte Substanzen vermieden werden und das „Hase-und-Igel-Spiel“ zwischen Polizei, Drogenhändlern und Drogenkonsumenten würde aufhören.

Gleichzeitig müsste natürlich die Aufklärung über Gefahren des Konsums groß geschrieben werden. Regelmäßige Kampagnen in Schulen sollten zur Pflichtaufgabe werden, die Fortbildung für Pädagogen aber auch die Informierung von Eltern zum regelmäßigen Angebot.

Städte sollten durch die Bereitstellung von Finanzmitteln, Räumlichkeiten und nicht zuletzt durch die Einstellung von Personal (Sozialpädagogen, Sozialarbeiter usw.) die Schaffung von mehr niedrigschwelligen Angebote ermöglichen wie z.B. Selbsthilfegruppen, spezielle pädagogisch begleitete Cafés, Streetwork und Beratungsangebote (auch mehrsprachig). Für Alternativprogramme wie Discos ohne Alkohol, Zigaretten und Drogen, wie sie jetzt schon in Remscheid einmal im Jahr durchgeführt werden, sollte verstärkt sowohl bei Vereinen, sonstigen Anbietern und natürlich in der jeweiligen Zielgruppe geworben werden. Auch Ansätze wie „Kinder und Jugendliche stark machen - Suchtvorbeugung im Sport“ sind wichtig und lassen sich auf viele Freizeitbereiche anwenden.

Hier sind Politik und Gesellschaft an erster Stelle gefragt, aber auch Eltern und Pädagogen sollten sich ihrer Verantwortung für die Prävention von Drogenkonsum im Kindes- und Jugendalter bewusst sein und das Thema „Drogen“ informiert, offen und regelmäßig angehen. Der Remscheider Gesundheitsbericht sieht die klare Notwendigkeit, Sucht als Querschnittsaufgabe zu begreifen.

[bearbeiten] Lokale Schlagzeilen

Februar 2006: Eine Hundertschaft der Polizei entdeckt die bis dahin größte Haschplantage NRW’s in einer abseits gelegenen Halle in Solingen-Unterburg. Aufgefallen war die hohe Stromrechnung. Pflanzen brauchen viel Licht. Das Verfahren gegen einen Fleischgroßhändler, der dort seine Fabrik hat, sowie gegen zwei seiner Mitarbeiter wird zur Zeit neu aufgerollt. Dem Drahtzieher und Hauptgeldgeber drohen bis zu elf Jahren Haft.

März 2007: Die Kriminalpolizei spürt einen per Haftbefehl gesuchten Straftäter in Radevormwald auf. Sie findet Rauschgift und zum Handel erforderliche Utensilien.

Juli 2007: Polizeibeamte durchsuchen eine Wohnung in Remscheid nach Hinweisen aus der Bevölkerung im Hinblick auf den illegalen Besitz und Handel mit Drogen. Sie werden fündig. Verkaufsfertig verpackte Amphetamine und Haschisch können sicher gestellt werden. Das verhaftete Paar kommt in Untersuchungshaft.

Juli 2007: In der Justizvollzugsanstalt Remscheid-Lüttringhausen wird ein Häftling wegen Drogenhandels im Gefängnis zu weiteren zwei Jahren Haft verurteilt. Seine Freundin schmuggelte Marihuana, Pillen und Heroin in die Haftanstalt.

März 2007: Die Wählergemeinschaft W.i.R. bringt als Fraktion das Thema Drogenhandel in die Sitzung der Remscheider Bezirksvertretung Süd ein. Die Anwohner zwischen Rosenhof und Sana Klinikum fühlen sich seit längerem bedroht, da in einem nahe gelegenen Waldstück der Drogenhandel floriert. Offensichtlich sind dort auch Depots angelegt, d.h. Händler und Konsumenten kreuzen in diesem Gebiet.

[bearbeiten] Drogen-Telefon

Unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 01805 / 31 30 31 ist die „Sucht- und Drogen-Hotline“ 24 Stunden am Tag zu erreichen. Fachleute aus der Drogen- und Suchthilfe bieten telefonische Beratung, Hilfe und Informationsvermittlung. Den Dienst können sowohl Menschen mit eigenen Suchtproblemen als auch deren Angehörige, Freunde, Kollegen usw. nutzen. Der Anruf kostet 14 Cent pro Minute aus den deutschen Festnetz, Mobilfunktarife können abweichen.

[bearbeiten] Weblinks

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