Ehringhausen

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Ehringhausen ist ein Stadtteil von Remscheid im Stadtbezirk Remscheid-Süd, im Süden der Stadt gelegen und an Wermelskirchen grenzend. Im Mittelalter gehörte es zur Pfarrei Wermelskirchen. Die Endung „-hausen“ deutet auf die Bezeichnung „Behausung“ im Sinne von „Hof“ hin. Ihr Ursprung dürfte in der sächsisch-westfälischen Siedlungsepoche des 9. und 10. Jahrhunderts zu suchen sein.

Die erste Nennung Ehringhausens ist 1369 registriert, als „Albrechts Gut zu Eydenchusen“ mit „zehn Sümmer Haferabgaben“ belastet wird. In der Folge werden zwischen 1441 und 1648 noch folgende Schreibweisen bekannt: Eydinchussen, Edenkusen, Erynckhusen, Erickhusen, Erekusen, Erinhusen, Erikaussenn, Ernkhaussen, Erkaußen, Erhusen, Ehrekosen, Ehrekusen. In Bezug auf den Dialekt erkennt man den Eschbach als lokale Sprachgrenze.

Der erste Einzelhof Ehringhausens eines Mannes mit dem Vornamen Albrecht muss sich ursprünglich dort befunden haben, wo der Quellgrund des "Ehringhauser Siepen" liegt, welcher in den Eschbach fließt. 1560/63 nennt eine Hebeliste für den „Johanniterhafer“ bereits vier dort wohnende Personen. Die genannte Abgabe erfolgte an den Johanniterorden, der bis zu Zeiten Napoléon Bonapartes (Napoleons I.) Patronatsherr der Remscheider Kirche war.

Im Laufe der Jahre wurden durch die Einführung des fränkischen Erbrechts aus den großen Einzelhöfen - wie hier in Ehringhausen - Hofschaften. Bereits 1675 nennt das Remscheider Lagerbuch als Haus- und Hofbesitzer acht verschiedene Familien. Die Hammerwerksbesitzer und Kaufherren Hasenclever und Halbach nahmen hier ihren Wohnsitz und machten die Hofschaft zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt. Der Name der Gaststätte „Alte Poststation“ erinnert an die Zeiten, als es hier einen Postwagendienst gab.

Die lokale Bezeichnung für den Bereich um den heutigen Buswendeplatz ist "Hippe". Dieser Name rührt von einem dort ehemals ansässigen, schrulligen Mitbürger namens Josua her, der dort eine Hippe, also eine Ziege hielt. Im Nordwesten des Stadtteils entspringt der Kirschensiepen, ein kleines Bächlein, das in den Lobach mündet und seinen Namen dem Wildkirschenbestand an seinem Oberlauf verdankt.

Ehringhausen ist von Bombenangriffen weitgehend verschont geblieben, so dass man hier noch einige alte Bausubstanz vorfindet.

Unter den Vereinen sind der Ehringhauser Männergesangverein 1850 zu nennen, der 1921 gegründete Frauenchor, der Turnverein von 1880, der Kleingärtnerverein und ehemals eine Freiwillige Feuerwehr mit hölzernem Übungsturm. Erstmals im späten 18. Jahrhundert hatte Ehringhausen eine Schule. Sie befand sich dort, wo heute die Straße "Im Loh" ist. Die alte Flurbezeichnung hieß "Loden". Hier war auch das Atelier des Malers Johann Peter Hasenclever. Im Adressbuch für die Stadt und den Stadtkreis Remscheid von 1896 wird in Ehringhausen eine Flickschule aufgeführt. Sie stand unter der Leitung von "Frau Walter Hilger" und hatte ca. 40 Schülerinnen.


Quellennachweis: ( Gustav Hermann Halbach: Bergischer Sprachschatz, ISBN 3924224021; Karl Wilhelm Heuser: Aus der Geschichte von Ehringhausen )

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