Hückeswagen

Aus BergischesWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Stadtwappen Lage in Deutschland
Wappen der Stadt Hückeswagen Lage der Stadt Hückeswagen in Deutschland
Lage im Bergischen Land
Lage der Stadt Hückeswagen im Bergischen
Daten zur Stadt
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Oberbergischer Kreis
Fläche: 50,46 km²
Einwohner: 16.633
Geographische Lage: 51° 9' nördl. Breite

7° 20' östl. Länge

Kfz-Kennzeichen: GM
Höhe: 360 m ü. NN
Postleitzahl: 42499
Vorwahl: 02192

Hückeswagen ist eine Stadt im Norden des Oberbergischen Kreises im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen in Deutschland, ca. 40 Kilometer von Köln entfernt. Nachbarstädte sind Radevormwald, Wipperfürth, Wermelskirchen und Remscheid.

Hückeswagen, 250 bis 360 m hoch gelegen, wird 1085 erstmals erwähnt. Die Burg der Grafen von Hückeswagen, die im ehemaligen Westflügel der Anlage die Stadtverwaltung und das Heimatmuseum beherbergt, wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut. Rund um das noch immer sehenswerte Schloß entwickelte sich die Gemeinde, deren altbergischer Kern von dem Wohlstand seiner Bewohner zeugt, die mit der Tuchfertigung und der Metallverarbeitung ihren Lebensunterhalt verdienten.

Die ehemalige "Freiheit Hückeswagen" erhielt 1859 die Stadtrechte. Das Stadtwappen wurde am 22. August 1892 von Kaiser Wilhelm II. verliehen. Der Schild ist oben silber- und unten schwarzgrundig. Unter der dreizinnigen, roten Mauerkrone zeigt es oben den "wachsenden" roten bergischen Löwen mit blauer Krone. Das Weberschiffchen mit abhängendem silbernen Faden im unteren Feld des Wappens ist ein Hinweis auf die bereits im späten Mittelalter bedeutende Tuchindustrie der Stadt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Hückeswagen war Stammsitz der Grafen von Hückeswagen und wurde im Jahr 1085 zum ersten Mal als fränkischer Salhof oder Sattelhof erwähnt. Die Nennung erfolgte in Form einer Bestätigung einer "Schenkung der Erbgüter der Essener Äbtissin Svanhild u.a. durch Kaiser Heinrich IV."

Der erste Graf, der in den Urkunden aus dem Jahr 1138 eindeutig identifiziert werden kann, war Friedrich von Hückeswagen. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts konnten sich die Hückeswagener dem Streben der Grafen von Berg nach Ausdehnung ihres Territoriums entziehen. Zwischen 1220 und 1240 aber zogen die Hückeswagener Grafen ins mährische Beskidenvorland und erbauten dort unter anderem die Burgen Hochwald, Schauenstein und Alt Titschein. Am 6. Juli 1260 wird der Besitz an die Grafen zu Berg übergeben.

Von 1490 bis 1508 wird die Nikolauskirche gebaut. Später wird nach einem Brand an gleicher Stelle die Pauluskirche errichtet.

Während der Herrschaft des Herzogtums Berg war das Kirchspiel Hückeswagen Sitz der Verwaltung des Amtes Hückeswagen. 1555 erfolgte die admistrative Vereinigung des Amtes Hückeswagen mit dem Amt Bornefeld.

Die Stadtrechte nach der rheinischen Städteordnung wurden Hückeswagen am 4. April 1859 verliehen. Von 1861 bis 1920 bestand Hückeswagen aus einer Stadtgemeinde und der Landgemeinde Neuhückeswagen, am 1. März 1920 wurden die rechtlich selbstständigen Gemeinden vereinigt. Am 18. Oktober 1875 wird die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Zur Zeit der Industrialisierung hatte Hückeswagen eine bedeutende Textilindustrie.

Am 1. Februar 1900 kam es zur lang angestrebten Vereinigung der Reformierten und der Lutherischen Gemeinde zu einer Evangelischen Gemeinde. Dies ist der Grund, warum die Gemeinde zwei Stadtkirchen hat.

Am 6. Februar 1923 wird der Bahnhof Hückeswagen als Folge des Ruhrkampfs mit einer Vorhut von 100 französischen Soldaten besetzt. Dem ging voraus, dass die Reichsbahn die Züge mit so genannter „Reparationskohle“ (Kohle die Deutschland an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs zahlen musste) von Westen nach Osten umgeleitet hatte. Die Grenzen der besetzten zur unbesetzten Zone verliefen teilweise durch das heutige Stadtgebiet. Die Posten standen auf dem Weg nach Pixberg, an der Fuhr, in der Reinsbach, in den Garagen der Firma Hueck/Dörpersteeg, am Tannenbaum und an der Eisenbahnbrücke am Schwarzen Weg. Mit einigen Unterbrechungen blieb Hückeswagen bis zum 24. Oktober 1924 in französischer Hand, danach zogen die Truppen wieder ab.

Am 13. März 1932 werden in Hückeswagen durch die aufstrebenden Nationalsozialisten drei Kommunisten - Bruno Blumberg, Johann Fries und Wilhelm „Willi“ Mondre - ermordet. Es folgt die größte politische Demonstation in der Geschichte der Stadt, viele Tausende Menschen begleiten die Beerdigung. Nach der Machtergreifung der Nazis am 30. Januar 1933 werden auch in Hückeswagen politische Oppositionelle verhaftet und im Konzentrationslager Kemna inhaftiert. Bürgermeister Leyhausen wird abgesetzt und durch Albert Gimbel ersetzt, der bis Ende des Zweiten Weltkrieges Bürgermeister bleibt und kurz nach der Besetzung durch die US-Amerikaner flieht.

Die Nachkriegszeit der Stadt ist durch viele Flüchtlinge aus dem Osten geprägt, die in Hückeswagen ein neues Zuhause finden.

Die heute noch im Stadtbild vorhandenen Tuchmachervillen, vor allem in der Bachstraße, zeugen vom großen Wohlstand der Industriellenfamilien. Die Bedeutung der Stadt als Grundzentrum hat sich in den letzten Jahrzehnten verkleinert, die Nachbarstadt Wipperfürth konnte als Mittelzentrum einige kommunale und öffentliche Einrichtungen zu sich holen.

In den 1970er-Jahren erfuhr das Stadtbild durch eine Stadtkernsanierung eine große Wandlung. Einige alte Häuser wurden abgerissen, andere blieben stehen und wurden unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 1975 verlor man bei der kommunalen Gebietsreform zudem auch den Ortsteil Bergisch Born an Remscheid. Im Zuge dieser Reform wurde der Rhein-Wupper-Kreis aufgelöst, dem Hückeswagen seit 1929 angehörte und die Stadt dem Oberbergischen Kreis zugeordnet.

[bearbeiten] Herkunft des Namens

Eine These über die Herkunft des Namens besagt, dass die frühere Form Hukensuuage oder Huckengeswage soviel wie die Ansiedlung eines Mannes Namens Hugobert oder Hugibald bedeutet. Der Heimatforscher Wilhelm Blankertz vertritt in seinen Veröffentlichungen eine andere Theorie. Demnach heißt die älteste Ortsbezeichnung Hukengesuuage, was soviel wie „Siedlung des Geschlechtes der Hunginger nahe dem Wasser“ bedeutet. Auf jeden Fall wird die Siedlung erstmals im Jahre 1085 in einer Schenkungsurkunde der Fürstäbtissin Swanhildis von Essen erwähnt, welche an einen damaligen Edelherren für seine Hofschaft ausgestellt wurde. Um 1298 ist die Form Huckenshove belegt.

[bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Im Mai 2006 hatte Hückeswagen 16.794 Einwohner. 879 Einwohner sind ausländischer Herkunft. Die Anzahl der Frauen und Mädchen übersteigt mit 8.625 die der männlichen Einwohner (8.169).

  • 31. Dezember 2004: 16.393 Einwohner
  • 30. November 2005: 16.663 Einwohner
  • 31. Dezember 2007: 16.155 Einwohner

[bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten haben Hückeswagen als Geburtsstadt:

  • 1853, 1. März Ewald Gnau, † 1943, Botaniker und Mitbegründer des Europa-Rosariums in Sangerhausen, der größten Rosensammlung der Welt.
  • 1913, 24. Mai Willi Daume, † 20. Mai 1996 in München, in Deutschland und international einer der bedeutendsten und einflussreichsten Sportfunktionäre des 20. Jahrhunderts.

[bearbeiten] Literatur

Persönliche Werkzeuge