Horst Tappert
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Horst Tappert (* 26. Mai 1923 in Elberfeld, heute ein Stadtteil von Wuppertal; † 13. Dezember 2008 in Planegg) war ein deutscher Schauspieler.
[bearbeiten] Leben
Horst Tappert wurde als Sohn eines Beamten geboren. Im Anschluss an die Volksschule absolvierte er eine kaufmännische Lehre und wurde als Soldat in die Wehrmacht eingezogen.
Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft stellte er sich als Buchhalter am Theater der Altmark in Stendal (Sachsen-Anhalt) vor und wurde für einige Zeit Aushilfsarbeiter. Dort fand er Geschmack an der Tätigkeit als Schauspieler und erhielt seit 1946 Schauspielunterricht bei Paul Rose. Unter ihm sammelte er in Köthen und am Landestheater Württemberg-Hohenzollern erste Bühnenerfahrungen. Sein weiterer Weg führte ihn über das Stadttheater Göttingen (1949–1950), das Staatstheater Kassel (1950–1951) und das Theater der Stadt Bonn (1951–1953) an die Städtischen Bühnen in Wuppertal und an die Münchner Kammerspiele (1956–1967). Seit 1967 arbeitete Tappert als freier Schauspieler.
Ende der 1950er-Jahre trat er erstmals in Kino- und Fernsehfilmen auf. Nach den Kinofilmen "Die Trapp-Familie in Amerika" (1958) und "Der Engel, der seine Harfe versetzte" (1959) spielte Tappert schon einen Hoteldetektiv in der Fernsehserie "Zu viele Köche" (1961). Danach war er als Vikar in dem sechsteiligen Durbridge-Straßenfeger "Das Halstuch" (1962) zu sehen und spielte im selben Jahr einen Ganoven in dem Pater-Brown-Film "Er kann's nicht lassen" neben Heinz Rühmann. 1966 begann sein eigentlicher Durchbruch im Fernsehen mit dem Krimi-Dreiteiler "Die Gentlemen bitten zur Kasse", in dem er die Rolle des Posträuberchefs Michael Donegan spielte. 1966 war Tappert erneut auf der Seite der Bösen in dem Jerry-Cotton-Kinofilm "Die Rechnung – eiskalt serviert".
1968 schwamm Tappert auch in der Edgar-Wallace-Welle mit, zuerst in "Der Hund von Blackwood Castle", wechselte dann im selben Jahr von der Rolle des Ganoven zum Gesetzeshüter und spielte zweimal den Scotland-Yard-Inspektor Perkins, zuerst in "Der Gorilla von Soho" und dann noch einmal in "Der Mann mit dem Glasauge" (1969). Für das ZDF spielte Tappert auch in dessen erster Krimiserie mit, ebenfalls 1968 in "Das Kriminalmuseum". 1970 war Tappert erneut ein Inspektor in dem „pulvertrockenen Sittenreißer“ (Werbezeile) "Inspektor Perrak greift ein", dessen Nachname in einer späteren Fernsehserie leicht verändert wieder auftauchte. 1971 war Tappert in dem Fernsehfilm "Yester – der Name stimmt doch?" zu sehen, dessen Titelgebung an die erfolgreiche Fernsehserie "Graf Yoster gibt sich die Ehre" aus dem Jahr 1967 erinnert, jedoch nach einem amerikanischen Kriminalroman gedreht wurde.
1972 ließ Tappert seine Rolle aus "Die Gentlemen bitten zur Kasse" in dem Fernsehzweiteiler "Hoopers letzte Jagd" wieder aufleben. Jetzt hieß er zwar "Michael Richardson", aber er war im Prinzip der gleiche Gangster wie bei den Gentlemen und wurde erneut von dem ruhelosen Ermittler aus „Die Gentlemen“ gejagt.
Als der Produzent Helmut Ringelmann eine neue Krimiserie plante, erinnerte er sich an Tappert. Drehbuchautor Herbert Reinecker schrieb an der Nachfolge der sehr erfolgreichen Krimireihe "Der Kommissar", in der Tappert bereits 1970 und 1973 mitgespielt hatte. Die neue Serie hieß "Derrick" und sollte einen anderen Typus von Kriminalisten zeigen. Tappert spielte darin ab 1974 mit der ersten Episode "Waldweg" die Hauptrolle des Oberinspektors Stephan Derrick, dem als Assistent Harry Klein (gespielt von Fritz Wepper, direkt übernommen aus der Serie "Der Kommissar") an die Seite gestellt wurde. Gedreht wurde die Serie seit 1973, und sie war nicht nur beim deutschen Publikum ein Erfolg. Die Serie wurde in 104 Ländern erfolgreich verkauft. In Norwegen schenkte man Tappert sogar ein Stück Land, auf dem er dann ein Wohnhaus errichten ließ.[3] 1993 erhielt er als besondere Ehrung die Ehrenbürgerwürde Norwegens. Die Klappe zur letzten Sendung fiel am 16. Oktober 1998 nach 281 Folgen.
Seit Mitte der 1950er Jahre war Tappert auch häufig als Hörspielsprecher im Einsatz. Er war in weit über 100 Hörspielen der unterschiedlichsten Genres vertreten, zumeist in Haupt- oder ausgebauten Nebenrollen. So ging er 1962 in dem mehrteiligen SF-Hörspiel "Terra Incognita" als Dr. Gauge, einem Experten für ganz besondere Kriminalfälle, zusammen mit seinem Kollegen Inspektor Adams (Heinz Schimmelpfennig) auf die Jagd nach unheimlichen Wesen, die tief unter der Erde lebten und die Vernichtung der Menschheit zum Ziel hatten.
Bereits 1960 spielte er die Titelrolle in dem Stück "Die Legende vom heiligen Trinker". 1968 konnte man ihn in einer Hörspiel-Adaption der "Dreigroschenoper" als „Mackie Messer“ erleben.
Nach dem Beginn der Derrick-Reihe trat er beim Rundfunk nur noch selten als Sprecher in Erscheinung. 1976 sprach er in dem Hörspiel "Der Fall der Kommissare" ebenfalls die Rolle des Oberinspektors. In dieser Geschichte traten viele bekannte in- und ausländische Ermittler auf, die jeweils von ihren Original-Schauspielern und Original-Synchronsprechern gesprochen wurden.
Horst Tappert lebte in Gräfelfing nahe München und war seit 1957 in dritter Ehe mit Ursula geborene Pistor verheiratet. Er hatte drei Kinder aus seinen ersten beiden Ehen (Karin, Ralph und Gary). Zu seinen Hobbys zählten unter anderem Angeln und Jagen.
Tappert starb am 13. Dezember 2008 im Alter von 85 Jahren in einer Klinik in Planegg bei München.
