Lüttringhausen

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Lüttringhauser Wappen
Lüttringhauser Wappen

Lüttringhausen ist ein Stadtbezirk von Remscheid mit 17.473 Einwohnern (Stand: 2005, Quelle: Statistisches Jahrbuch der Stadt Remscheid). Von 1856 bis 1929 war es eine selbstständige Stadt im Landkreis Lennep.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Um 1189 gehört Lüttringhausen zur Grafschaft Berg, Von 1240 bis 1824 sind für hunderte von Jahren die Bottlenberger die Lehnsherren Lüttringhausens.

Die Bottlenberger hatten als Inhaber des Patronats über Lüttringhausen das Recht, die hiesigen Pfarrer zu berufen; das Lüttringhauser Herrengut vergab Engelbert von Bottlenberg an Unter-Lehensleute. Deren Gegenleistung: bei Aufgebot der Bergischen Ritterschaft mussten sie ihm mit Pferd und Harnisch folgen.

Die äußeren Geschicke der Gemeinde wurden vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts durch die Politik der Grafen und Herzöge des Landes Berg bestimmt.

Der Name der Gemeinde wurde im Laufe der Zeit vielfach abgewandelt, u.a. Luthelminchusen, Lutilminchusen (1310/16), Lutterkausen, Lutterkusen (1365), Luttriynkhusen (1502), Luttringhausen (1542) und später: Lüttringhausen.

Das Kirchspiel Lüttringhausen im Herzogtum Berg bestand ursprünglich aus vier Verwaltungseinheiten, die "Honschaften" genannt wurden: Walbrecken, Garschagen, Hohenhagen und Erbschloe. Letztere wurde 1729 abgetrennt. Es entstand daraus die Stadt Ronsdorf. Hohenhagen ist später Remscheid zugeschlagen worden. 1856 wurde Lüttringhausen durch preußische Kabinettsorder zur Stadt erhoben. Sie gehörte zum ehemaligen Landkreis Lennep. Namhaftester Bürgermeister war Richard Gertenbach, der in seiner 39jährigen Amtszeit (1890 - 1929) die Infrastruktur Lüttringhausens deutlich verbesserte. In der Blütezeit der Stadt wurde 1908 das Rathaus eingeweiht. 1929 erfolgte durch einen Landtagsbeschluss die umstrittene Eingemeindung nach Remscheid.

[bearbeiten] Ortsteile

Lüttringhausen gliedert sich in die Ortsteile: Lüttringhausen Mitte, Klausen, Großhülsberg, Garschagen, Schmittenbusch, Stursberg, Dörrenberg, Goldenberg, Lüttringhausen West.

Siehe auch: Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Remscheid

[bearbeiten] Söhne und Töchter Lüttringhausens

Ein berühmter Sohn des Stadtteils ist der Reformator und Märtyrer Adolf Clarenbach, der um 1497 bei Lüttringhausen geboren wurde. Ein Denkmal erinnert an ihn, und auch das Geburtshaus am Buscherhof ist noch erhalten.

Ebenfalls in Lüttringhausen geboren wurde am 23. Oktober 1919 Ludwig Poullain, Bankier und Vorstandsvorsitzender der Westdeutschen Landesbank (1968–1977) sowie Präsident des Deutschen Sparkassenverbandes (1968–1974).

[bearbeiten] Bundesweit Bekanntes

Bundesweit bekannt wurde der Stadtteil durch den ehemaligen Fußballproficlub BV 08 Lüttringhausen, der sich bis in die Zweite Bundesliga hoch spielte, mittlerweile aber mit dem VfB Marathon 06/08 im FC Remscheid aufgegangen ist.

Im Südwesten des Lüttringhauser Altstadtbereichs liegt an der Remscheider Straße das große Gelände des Fachkrankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychsomatik und Neurologie Evangelische Stiftung Tannenhof.

In der Masurenstraße befindet sich die Justizvollzugsanstalt Remscheid.

[bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die 1954 gegründete "Lüttringhauser Volksbühne" führt alljährlich Mundartstücke auf, so die seit 1928 bestehenden Bergischen Heimatspiele, welche traditionsgemäß im Sommer auf der Freilichtbühne im Ortskern stattfinden.

Darüber hinaus besitzt Lüttringhausen einige sehenswerte Kirchen und ein 1908 gebautes, historisches Rathaus.

Die älteste Kirche Lüttringhausens ist die 1735 erbaute evangelische Kirche. Sie gilt weithin als Meisterwerk des „Bergischen Barocks“. Der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen ist einer der größten Musikvereinigungen ebendort und spielt bei kirchlichen und weltlichen Anlässen.

Bereits seit 1355 besteht die Schützenbruderschaft "Zum Kreuz" Lüttringhausen e.V.

Der Deutsch-Türkische Jugendbildungsverein (Klausen 20a) engagiert sich für Vertrauensbildung und Kommunikation zwischen deutschen und ausländischen Bewohnern des Stadtteiles Klausen.

Der Kinder- und Jugendhilfeverein "Die Schlawiner e.V." kümmert sich in den Räumen des städtischen Jugendzentrums Lüttringhausen (Klausen 22) als Nachfolgeorganisation der "Initiative offene Jugendarbeit Lüttringhausen" intensiv um die Jugendlichen in Lüttringhausen. Er bietet attraktive Freizeitgestaltung, eine Anlaufstelle bei Problemen, aber auch Begleitung in die zunehmende Übernahme von Verantwortung.

[bearbeiten] Veranstaltungen

Im Frühjahr veranstaltet der Marketingrat Lüttringhausen die regionale Verkaufsschau "Lüttringhauser Frühling".

Im Mai/Juni richten Marketingrat Lüttringhausen und Jugendhilfe Die Schlawiner in der Schlosserstraße im Industriegebiet Groß-Hülsberg das traditionelle Seifenkistenrennen um den Helmut-Niemeyer-Preis aus.

Im Herbst findet seit einigen Jahren unter der Regie des Marketingrates Lüttringhausen in der Lüttringhauser Altstadt der beliebte Herbst- und Bauernmarkt statt.

Der Lüttringhauser Weihnachtsmarkt ist der größte nicht kommerzielle Weihnachtsmarkt im Bergischen Land. Er ist 1974 von Dietrich Pistorius und Hans Kadereit ins Leben gerufen worden. Jedes Jahr zum 1. Advent wird der Weihnachtsmarkt in der Altstadt von mehr als zehntausend Menschen besucht.

Koordinaten: 51° 12′ 37″ N, 7° 14′ 16″ O

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