Leverkusen
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Leverkusen ist eine kreisfreie Stadt im südlichen Nordrhein-Westfalen. Die Stadt ist geographisch ein Teil des Bergischen Landes und gehört gleichzeitig zum Rheinland. Das Mittelzentrum nordöstlich von Köln zählt zu den kleineren Großstädten des Landes und hat ungefähr 161.000 Einwohner. Bekanntheit erlangte Leverkusen vor allem durch den Konzern Bayer AG und den Sportverein Bayer 04 Leverkusen.
[bearbeiten] Geschichte
Im Jahre 1861 verlegte Carl Friedrich Wilhelm Leverkus, ein gelernter Apotheker aus Wermelskirchen, seine Ultramarinfabrik in die Nähe der Gemeinde Wiesdorf an den Rhein. Ursprünglich stand sie in Wermelskirchen im Bergischen Land, wo sie wegen sehr schlechter Verkehrswege nicht gehalten werden konnte. Viele Fabrikarbeiter zogen deshalb in die Gemeinden des heutigen Leverkusens. Die so entstandene Werksansiedelung nannte Carl Leverkus Leverkusen nach dem Stammsitz seiner Familie, einer Hofschaft zwischen Lennep und Bergisch Born (heute Stadtteile von Remscheid). Ein Jahr später hatte die Ultramarinfabrik 78 Mitarbeiter.
Leverkus begann, für seine Mitarbeiter, die zu großen Teilen aus Wermelskirchen übergesiedelt waren, soziale Einrichtungen in den Siedlungen einzurichten. Friedrich Weskott und Friedrich Bayer gründeten 1863 die Firma Bayer et comp. in Barmen. 1866 wurde die Firma aufgrund von Problemen mit der Abwasserentsorgung an einen Fluss verlegt, zunächst nach Elberfeld an die Wupper. 1884 trat Carl Duisberg ein, der den wirtschaftlichen Fortschritt der Firma mitprägte.
Die Firma Leverkus, die sich parallel zur Bayer AG in Leverkusen entwickelte und von Carl Leverkus geführt wurde, wollte ihre Alizarin-Produktionen aufgeben, die sich wirtschaftlich auf einem schlechten Kurs befand, und in diesem Zuge die gesamten Industrieanlagen verkaufen.
1891 verlegte die Bayer AG ihre Firma nach Leverkusen. Kurz zuvor hatte der Leverkus-Vorstand dem Verkauf von Leverkus an die Firma Bayer zugestimmt. So konnte ein Großteil der Werke direkt übernommen werden. Während das alte Werksgelände der Firma Leverkus saniert wurde, plante Carl Duisberg neue Werke um das alte Gelände, was später ebenfalls zum wirtschaftlichen Erfolg beitrug.
Mit der Verlegung der Firma Bayer von Elberfeld nach Leverkusen kamen wieder viele arbeitssuchende Menschen nach Leverkusen – zum großen Teil ehemalige Werksmitarbeiter aus Elberfeld. Die Hauptproduktion wurde zwar erst 1901 endgültig an den Rhein verlegt, viele erkannten dies jedoch schon frühzeitig und zogen nach Wiesdorf in die Werkssiedlung Leverkusen.
Ein Jahr später wurde der Name Leverkusen auch von der Poststation innerhalb des Werksgeländes verwendet.
Die preußische Staatsbahn gründete 1903 die Eisenbahn-Hauptwerkstätte Opladen, die sich in den folgenden Jahren als Ausbesserungswerk Opladen bis zur Schließung 2003 zu einem der größten Arbeitgeber auf dem jetzigen Stadtgebiet neben der Bayer AG entwickelte. Durch den dadurch ausgelösten Wachstumsschub und die Initiative des Landrats Adolf Lucas wurde Opladen 1914 Kreisstadt des Kreises Solingen, nachdem die Stadt Solingen inzwischen kreisfrei geworden war. 1920 wurde die Gemeinde Bürrig nach Wiesdorf eingegliedert und ein Jahr später erhielt Wiesdorf die Stadtrechte.
Ende der 1920er-Jahre war die wirtschaftliche Lage in Wiesdorf gut, in der Stadt bestand aber Wohnungsnot, da es immer mehr Arbeiter in die Region zog. Aus diesem Grund begann Wiesdorf, Eingemeindungsverhandlungen mit Schlebusch zu führen. Die Bürgermeisterei Schlebusch entschied sich 1928 ihrerseits, Verhandlungen mit Köln aufzunehmen. Ein Bürgerentscheid bevorzugte den Zusammenschluss Schlebuschs mit Wiesdorf. 1929 wurden die Verhandlungen mit Köln abgebrochen. Auch die Gemeinden Steinbüchel und Rheindorf ließen sich wie Schlebusch zum 1. April 1930 nach Wiesdorf eingliedern. Als Name der damit entstandenen neuen Stadt wurde die seit 1862 gebräuchliche Bezeichnung der Werkssiedlung gewählt, die die drei Gemeinden verband: Leverkusen.
Die neue Stadt Leverkusen gehörte zum Kreis Solingen-Lennep, der 1929 aus den Kreisen Solingen und Lennep gebildet worden war und 1931 in Rhein-Wupper-Kreis umbenannt wurde. Opladen wurde 1930 durch Eingliederung der Gemeinde Lützenkirchen (einschließlich Quettingen, aber ohne Hamberg und Bornheim, die zu Burscheid kamen) deutlich vergrößert. In den Folgejahren entwickelte sich Leverkusen zu einer bedeutenden Industriestadt.
Am 1. April 1955 schied Leverkusen aus dem Rhein-Wupper-Kreis aus und wurde kreisfreie Stadt. Damals hatte die Stadt etwa 78.000 Einwohner. Ein stetiges Bevölkerungswachstum führte 1963 zum Erreichen der Großstadtgrenze von 100.000 Einwohnern. Bereits 1960 war die Stadt Hitdorf in die Stadt Monheim eingegliedert worden.
Zum 1. Januar 1975 wurden – trotz zum Teil heftiger Widerstände aus Rat und Bevölkerung der eingemeindeten Städte – im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform gemäß § 17 Köln-Gesetz die bisherigen Städte Leverkusen, Opladen und Bergisch Neukirchen zur neuen kreisfreien Stadt Leverkusen zusammengeschlossen; zugleich wurde der zur Stadt Monheim gehörende Stadtteil Hitdorf in die neue Kommune eingegliedert, die damit ihre heutige Ausdehnung erreichte. Der Rhein-Wupper-Kreis wurde aufgelöst. Seither gehört das Leverkusener Umland zum Rheinisch-Bergischen Kreis beziehungsweise zum Kreis Mettmann.
