Merscheid

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Bereits im Jahre 1374 wurde das im heutigen Solinger Stadtteil Merscheid gelegene Gut Merscheid urkundlich erwähnt. Infolge der üblichen fränkischen Erbteilung fand eine Teilung des Gutes statt. So wird 1488 ein Lodewichs Merschet und ein Pilgrims Merschet genannt.

Bei einem dieser beiden Güter handelt es sich um den späteren Merscheider Hof, der im Laufe des 18. Jahrhunderts eine weitere Teilung erfuhr, gleichzeitig aber durch untergeordnete Nebengebäude erweitert und schließlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder zu einer Hofschaft zusammengeführt wurde.

Aufgrund seiner Einwohnerzahl war Merscheid im Jahre 1808 Namensgeber für eine aus Teilen verschiedener Honnschaften neu gebildeten Bürgermeisterei. Im Zuge der weiteren Entwicklung erhielt die Bürgermeisterei Merscheid 1856 die Stadtrechte verliehen und konnte sich fortan Stadt Merscheid nennen.

Bedingt durch eine zunehmende Industriealisierung und durch die Nähe zur neu angelegten Eisenbahnlinie entwickelte sich das Gebiet des heutigen Ohligs wesentlich intensiver, was 1891 dazu führte, dass sich Merscheid in Ohligs umbenannte. Im Jahre 1929 zählte dann die Stadt Ohligs - mit ihren Teilen Merscheid und Ohligs - zu den fünf vormals selbstständigen Städten, die die neue Großstadt Solingen bildeten.

[bearbeiten] Der Merscheider Hof

Über die frühen Eigentümer und Bewohner, vor Beginn des 19. Jahrhunderts, ist noch nicht viel bekannt. Aus einem Kaufvertrag von 1883 ist zu erfahren, dass Carl Wilhelm Bruchhaus (1809 - 1887) im Jahre 1852 Teile des Hofes, das in der Nähe befindliche Moschbachfeld, Teile der Becherbenden und zwei Parzellen zu Kalversterz bei Trotzhilden von dem Bürgermeister Friedrich Wilhelm Tilmes und seiner Ehefrau Henriette, geborene Lauterjung erworben hatte.

Es handelte sich hierbei offensichtlich um den Grundbesitz, der in einem öffentlichen Verkauf am 28. Februar 1848 von den Eheleuten Samuel Voos und Johanna Maria Knecht angeboten wurde und den Friedrich Wilhelm Tilmes erworben und wenige Jahre später an Carl Wilhelm Bruchhaus verkauft hat.

Carl Wilhelm Bruchhaus war verheiratet mit Wilhelmine vom Eigen, die 1824 zu Broshaus als Tochter des Peter vom Eigen und seiner Ehefrau Maria Christine Plümacher geboren wurde. Die Mutter der Maria Christina Plümacher, Anna Christine Jülicher (1736 - 1787), stammte aus der ursprünglich aus Haan kommenden Familie Gülcher, deren Mitglieder auch in Broshaus ansässig waren.

1883 erwarb Auguste Bruchhaus von ihrem zwischenzeitlich verwitweten Vater gemeinsam mit ihrem Ehemann Georg Schüler den vorgenannten Grundbesitz und erweiterte diesen 1891 durch Zukäufe u.a. weiterer Flächen und Gebäude im Bereich des heutigen Merscheider Hofes.

Inwieweit die einzelnen Übertragungen des Grundbesitzes einen verwandtschaftlichen Hintergrund haben, ist noch nicht geklärt. So war Anna Christine Jülichers Vater, Henricus Gülcher (1700 - 1770) in erster Ehe mit Anna Gerdruth Vooss (1696 - 1737) verheiratet.

In der Zeit nach 1891 wurden Teile des Grundbesitzes, der von der heutigen Herzogstraße entlang der damals noch nicht vorhandenen Moltkestraße bis zu den Becherbenden reichte, nach und nach verkauft. Der Merscheider Hof selbst blieb als Einheit in Familienbesitz erhalten.

Nach der Unterschutzstellung 1979 als Baudenkmal durch den Regierungspräsidenten in Düsseldorf begannen umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen im Merscheider Hof, die sich über viele Jahre erstreckten und wohl nie ganz aufhören werden.

Erfreulich ist, dass Solinger Einrichtungen und Vereine immer wieder Ihr Interesse zeigen. Zu nennen sind hier der Stadtführer, der auf seinem Rundgang auch den Merscheider Hof besucht; die Stadtsparkasse, die Weihnachten 1995 eine Silbermünze mit der Ansicht des Hofes herausbrachte und der Bergische Geschichtsverein, der 1994 den Merscheider Hof zum "Denkmal des Jahres" wählte.


[bearbeiten] Weblink

Weitere Informationen und zahlreiche Abbildungen sind auch im Internet zu finden unter:


Quellen:

  • Heinz Rosenthal, Geschichte einer Stadt, Bände I und III
  • Rüdiger Schneider-Berrenberg, Was ist ein Baudenkmal (Beispiel 33)
  • Karte über die Besitzungen des Samuel Voos, Merscheid 1848
  • Kaufvertrag Bruchhausen-Schüler, Merscheid 1883
  • Versteigerungsprotokoll Krusius, Merscheid 1891
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