Oberbergischer Kreis
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Der Oberbergische Kreis ist ein Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens (Deutschland). Er ist Teil der Region Oberbergisches Land.
[bearbeiten] Geografie
Er grenzt im Westen an den Rheinisch-Bergischen Kreis, im Norden an die kreisfreien Städte Remscheid und Wuppertal sowie an den Ennepe-Ruhr-Kreis und somit auch an den Regionalverband Ruhr, im Osten an den Märkischen Kreis und an den Kreis Olpe, im Süden an den rheinland-pfälzischen Landkreis Altenkirchen (Westerwald) und im Südwesten an den Rhein-Sieg-Kreis.
Der Oberbergische Kreis ist das östliche Teilgebiet des Naturparks Bergisches Land. Er liegt 99,2 bis 518,2 Meter über dem Meeresspiegel, ist wald- und wasserreich und ein Erholungsgebiet für Bürger aus Köln, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden.
Das vorherrschende Gestein ist Grauwacke, die früher in großem Ausmaß in Steinbrüchen abgebaut wurde und heute zum Teil noch abgebaut wird.
- Nördlichster Punkt: Windung des Brebach, 480 Meter nordöstlich von der Ortschaft Griesensiepen/Spreel
- Südlichster Punkt: Nebenbach des Holperbaches, 660 Meter westlich von Seifen
- Westlichster Punkt: Sülz, 200 Meter westlich von Klefhaus und 90 Meter oberhalb der Einmündung des Dürschbach
- Östlichster Punkt: 20 Meter nordwestlich der L342, 790 Meter östlich von Hardt
Die höchste Erhebung des Kreises ist die Homert mit 519 Metern NN auf dem Gebiet der Stadt Gummersbach am östlichen Rand des Kreisgebietes, nahe der A45.
Der tiefste Punkt liegt mit knapp 100 Metern NN am Stausee Ehreshoven.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Oberbergische Kreis oft in „Nordkreis“ und „Südkreis“ unterteilt. Mit Nordkreis sind Lindlar, Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth und Marienheide gemeint, der Rest wird Südkreis genannt. Oftmals wird für den Begriff „Oberbergischer Kreis“ die Kurzform „Oberberg“ benutzt. Viele Firmen tragen die Kurzform im Namen, zum Beispiel die „Volksbank Oberberg“. Historisch bedingt ist diese Bezeichnung in Radevormwald und Hückeswagen weniger geläufig.
Aktuell wird der Begriff Kreismitte häufiger genannt. Zur Kreismitte gehören im Sprachgebrauch neben den Städten Bergneustadt, Gummersbach und Wiehl auch die Gemeinden Engelskirchen und Marienheide.
[bearbeiten] Geschichte
Oberberg ist Teil des Rheinischen Schiefergebirges und liegt im Westen seines rechtsrheinischen Anteils. Seine älteste Geschichte beginnt vor knapp 400 Millionen Jahren mit einem tropischen Flachmeer. Mehr als 50 Millionen Jahre beherrschte es das Gebiet des späteren Oberbergischen Landes. Dokumente darüber sind im Sauerland und im Ruhrgebiet erhalten geblieben. Bedeutendste geologische Schätze (auch im internationalen Maßstabe) sind die vielen Fundstellen früher Landpflanzen − sie sollen außergewöhnlich und einmalig sein.
Das Oberbergische gilt im Vergleich zur Rhein-Niederung nicht als „Altsiedlungsgebiet“. Aber der Einfluss des siedelnden und wirtschaftenden Menschen prägte das Gesicht der Landschaft. So wurde durch die über Jahrhunderte erfolgte bäuerliche Nutzung eine typische Kulturlandschaft geschaffen, Ergebnis einer im Wesentlichen extensiven bäuerlichen Inanspruchnahme. Sie war gekennzeichnet durch die lange Zeit von Entbehrungen, der Sorge um das tägliche Brot, Elend und zum Teil auch Übernutzungen des Bodens.
Wohl kaum eine andere Region ist so durch Fließgewässer geprägt, wie das Oberbergische. Tausende größerer und kleinerer Bäche haben Kerbtälchen, auch „Siefen“ genannt, entstehen lassen und der Landschaft ihr Gesicht verliehen.
Nach Deutung der Gewässernamen wurde seit der Älteren Latenezeit (Späte Eiszeit) der Nord- und Mittelbereich des Kreisgebietes von germanischen Einwanderern aus dem Norden überlagert. Davon zeugen germanische Bachnamen in den Einzugsgebieten der Wupper/Wipper, Agger und Wiehl. Aufschlussreich ist, dass die größeren Gewässer Agger und Wiehl aber ihre keltischen Namen behielten. Überhaupt überwiegt im Südkreis weiterhin das keltische Namensgut.
Dass der Hauptstrom der Siedler, welche die innerbergischen Gebiete zwischen Ruhr und Sieg nach Jahrhunderten weitgehender Siedlungsleere neu erschlossen, vom Rhein her kam, ist von jeher unbestritten. Der Ortsnamensforschung blieb es vorbehalten, einen gegenläufigen Siedlungszug aus dem sächsisch-westfälischen Raum zu rekonstruieren. Viele Fragen nach der Besiedlung bleiben aber unbeantwortet, öffnen der Spekulation Tür und Tor.
Zumindest aber die Existenz eines Königshofes ist für das Oberbergische schriftlich dokumentiert. Nach einer im Düsseldorfer Hauptstaatsarchiv aufbewahrten Urkunde übertrug Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahre 1167 die „Curtis von Eckenhagen“ = Curtis: großer Wirtschaftshof (Fronhof, Salhof) im frühen Mittelalter = mit den Silbergruben und weiterem Zubehör dem Kölner Erzbischof. Seit der Kommunalreform von 1969 − die Gemeinden Denklingen und Eckenhagen wurden zusammengelegt − lebt die Erinnerung an die frühere Zugehörigkeit zum Reichs- beziehungsweise Königsgut in dem neuen Gemeindenamen Reichshof fort.
[bearbeiten] Abgrenzung Bergisches Land zum Oberbergischen Land
Das Oberbergische Land liegt im Südosten des ehemaligen Herzogtums Berg und ehemals angrenzender Gebiete und ist heute Teil der touristischen Region Bergisches Land. Bereits 1740 trennte eine Beschreibung des Herzogtums Berg mit seinen 17 Ämtern das „Niederbergische“ nordwärts der Wupper vom „Oberbergischen“ südwärts der Wupper.
Als das Herzogtum und die benachbarten Territorien durch Napoleon I. 1806 und durch den Wiener Kongress 1815 neu geordnet wurden, fielen auch die bis dahin selbstständigen Reichsherrschaften Gimborn-Neustadt, zu der Gummersbach gehörte, sowie Homburg und Teile der Grafschaft Mark an das Großherzogtum Berg beziehungsweise an Preußen.
