Remscheider Automobilclub e.V. (ADAC) seit 1924

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Impressum

Remscheider Automobil-Club e.V. im ADAC

Amtsgericht Wuppertal: VR 20508

Vorsitzender: Hans-Gerd Sieper

Internet: RAC

e-mail: info@rs-automobilclub.de

[bearbeiten] Vorwort

Unser Remscheider Automobil-Club (RAC) ist nunmehr über 75 Jahre alt. Für einen Automobil Club ist das eine lange Zeit. Früher gab es nur in den ganz großen Städten Interessenverbände rund ums Auto. Zu dieser Zeit gab es nicht viele Leute, die das Geld hatten, sich ein Automobil zu leisten. Bei den Menschen, die sich in einem Verein oder Club zusammenfanden, handelte es sich zumeist um eine elitäre Clique. Das Auto stand im Mittelpunkt, zum Kräfte messen, sei es bei Zuverlässigkeitsfahrten oder Rennen, aber auch in der Größe und in der Motorleistung. Zuverlässig waren die Automobile aber noch nicht. Dafür waren die Fahrzeuge aber einfach gebaut, und leicht zu reparieren. Der Austausch von Erfahrungen, die man mit dem relativ jungen Auto und dem Straßennetz und –zustand sammelte, hatte einen hohen Stellenwert in den Clubs. Logischerweise, da gleiche Interessen vorhanden waren, kam dazu die Geselligkeit. Man unternahm gemeinsame Ausfahrten und feierte Feste. Die Automobilwirtschaft nahm in der Folgezeit einen rasanten Aufschwung. Auch die Interessenverbände um das Auto wurden zahlreicher. Mit dem Krieg, der alles zum erliegen brachte, war mit dem Clubleben erst einmal Schluss. Anfang der fünfziger Jahre, die ersten neuen Autos wurden schon wieder gebaut, etablierte sich auch wieder das Clubleben. So auch der RAC. Es fanden sich eine Reihe der alten Clubmitglieder ein, um das Vereinsgeschehen wieder zu beleben. Das Auto wurde zum Statussymbol für alle, die es zu etwas gebracht hatten. Natürlich war man auch in einem Automobil-Club. Die Eigentümer großer Remscheider Unternehmen waren, oder sind z.T. noch Mitglieder in unserem RAC. Selbst die inzwischen aufstrebende Zubehörindustrie und die etablierten Kraftfahrzeugwerkstätten fanden sich in dem Mitgliederlisten. Der Zustrom in die Automobil-Clubs war nach dem Krieg groß. Auch in Remscheid gründeten sich neue Vereine, die dem Motorsport frönten. Die Gründe sich zusammenzufinden waren die gleichen wie 1924, dem Gründungsjahr des Remscheider Automobil Clubs. Es war der Gedanken und Erfahrungsaustausch, die sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen. Man wurde aber auch offener. Typisch dafür waren die Ausfahrten für die Kriegsversehrten, die der RAC viele Jahre lang durchführte. Die Technik der Autos war immer noch relativ einfach. Die jüngeren Leute, die sich gebrauchte Autos kauften (z.T. noch Vorkriegsfahrzeuge), schraubten und flickten alles selber. Aber es wurde auch fleißig gefahren. Das rief dann den Gesetzgeber auf den Plan. So wurden alle Veranstaltungen, die zur Erzielung von Höchstgeschwindigkeit führten verboten. Nur noch auf abgesperrten Rennstrecken waren sie erlaubt. Also verlegten sich viele Vereine auf das Gelände. Aber auch hier wurden mehr und mehr Wege gesperrt. Die Anwohner wurden mit dem wachsenden Wohlstand ebenso empfindlicher. War man in früheren Zeiten noch begeistert und fasziniert, wenn die Autos über den Hof knatterten, rief man später die Polizei. Durch die größere Zuverlässigkeit der neuen Autos wurde auch der Drang nach dem Gedankenaustausch immer mehr zurückgedrängt. Sportliche Veranstaltungen wurden im Remscheider Automobil-Club immer groß geschrieben, aber nur selten nahm einer unserer Mitglieder am Spitzensport teil. Es blieb bei uns mehr der interne Clubsport mit gelegentlichen Ausflügen zu großen Veranstaltungen. Seit den Anfängen des RAC stand die Geselligkeit neben dem Sport immer im Mittelpunkt des Clublebens. Unser Menschenschlag in der bergischen Region fand immer etwas schwieriger Anschluss, also trat man einem Verein bei, um Anschluss an Gleichgesinnte zu finden. Heute hat sich das Clubleben des Remscheider Automobilclubs durch das Umfeld erheblich gewandelt. Mit der Elektronik ist das Auto zuverlässig geworden, - aber auch komplizierter. Selbst Kleinwagen sind heute in der Lage mühelos 100.000 km und mehr ohne größerer Reparaturen zu bewältigen. Selber reparieren ist fast zur Unmöglichkeit geworden. Waren es früher die Motoren und Getriebe, die ständig gewartet und repariert werden mussten, so ist es heute der Rost, der an der Karosserie und Fahrgestell nagt, und schließlich zum Exitus führt. Technikvorträge, früher einmal im Monat im RAC üblich, gibt es schon lange nicht mehr. Ebenso Vortragsabende über Reisen in ferne exotische Länder mit dem Auto. Das kann heute „Otto Normalverbraucher“ mit dem Flugzeug selbst nachvollziehen. Sportveranstaltungen werden durch die Auflagen der Behörden immer mehr eingegrenzt oder abgewürgt. Teilnehmer an den ganz großen Veranstaltungen zu sein ist fast unbezahlbar geworden. Sponsoring ist angesagt! Also versuchen die Vereine, und auch wir vom RAC, Automobilsport auf unterer Ebene zu betreiben. Aber die Teilnehmerfelder sind auch hier begrenzt. Clubs und Vereine müssen sich schon zusammentun, um Motorsportveranstaltungen mit Teilnehmerzahlen von 50 – 100 Fahrzeugen auf die Beine zu stellen. Orientierungsfahrten, möglichst bei Dunkelheit, Geschicklichkeitsturniere, Slaloms – das sind die sportlichen Wettbewerbe heute. Das Auto ist inzwischen umstritten, doch Alternativen gibt es nicht. Alle wollen mit dem Auto fahren und „mobil“ sein. Gleichzeitig lebt der Staat aber gut vom Auto. Ohne Auto könnte er viele Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Es ist zu einem Teufelskreis geworden. Wir vom RAC pflegen den Club auf unsere Weise. Durch Sport und Geselligkeit, Ausfahrten, z.T. in Verbindung mit dem Fahrrad, Wanderungen, Segelwochenenden, gemütliches Beisammensein an unserem Clubhaus an der Bever, und gepflegte Winterfeste. Das Prestige das ein Auto und ein Automobil-Club lange Zeit mit sich brachte, hat sich auf andere Sportarten verlagert. Das Interesse an einem Automobil-Club lässt nach. Darüber klagen auch viele uns bekannte Vereine. Unser RAC ist auch stetig geschrumpft. Doch wir sind guten Mutes auch in 25 Jahren unser 100-jähriges Bestehen feiern zu können. Unsere Jugend wächst heran, wir haben ein wunderschön gelegenes Clubhaus an der Bever und unser Club ist finanziell gesund. Gute Voraussetzungen, dass unser eigener Nachwuchs und deren Freunde einmal die Geschicke unseres RAC in Zukunft bestimmen.


[bearbeiten] Geschichte des RAC

[bearbeiten] 1924 – 1949 Die Gründerjahre

Die Gründung der Keimzelle des Remscheider Automobilclubs fiel in eine turbulente Zeit. Die Welt litt unter der Weltwirtschaftskrise, und in Deutschland tobten politische Unruhen. Die olympischen Spiele fanden in Paris statt, und der Remscheider Generalanzeiger kostete 15 Milliarden Reichsmark. In Detroit rollte bei Ford das zehnmillionste Auto vom Fließband. Auch in Remscheid wurde zu dieser Zeit das erste und einzige Auto in Serie gebaut, der legendäre Mannesmann.


In dieser schweren Zeit ist es doch erstaunlich, daß sich einige Automobilisten zusammenfanden, um einen Automobilclub zu gründen. Triebfeder dieses Zusammenschlusses war sicherlich nicht sportlicher Art, sondern vielmehr stand der Erfahrungsaustausch im Vordergrund. Das war zu dieser Zeit auch erforderlich, da die Autos alles andere als zuverlässig waren. Gemeinsame Ausfahrten dienten der Geselligkeit und der Zuverlässigkeitsprüfung der Fahrzeuge.


1925 wurde dieser Zusammenschluß als Ortsgruppe Remscheid dem gerade gegründeten ADAC angegliedert. In der Gründerzeit bestand die Ortsgruppe nur aus einigen wenigen Mitgliedern. Durch die Zunahme der Motorisierung in den dreißiger Jahren stieg auch die Mitgliederzahl stetig. Die damals gewählte Einteilung in die Bereiche Geselligkeit, Sport und Touristik hat bis heute noch seinen Bestand.

Durch die politischen Umstände wurde die Ortsgruppe Remscheid des ADAC 1934 aufgelöst und dem DDAC, einer NS-Nachfolgeorganisation des ADAC zugeordnet. Ab 1939 kam das Clubleben nahezu zum Stillstand. Nach dem Krieg wurde der DDAC 1945 mit allen Ortsgruppen aufgelöst, und das Vermögen beschlagnahmt.


[bearbeiten] 1949 – 1970 Der Neuanfang

In dem Jahr der Wahl von Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland formierten sich auch wieder die ersten Automobilclubs in Deutschland.

Am 5. Mai 1949 wurde die Ortsgruppe Remscheid des ADAC mit 25 Mitgliedern wieder neu gegründet, und am 9.10.1950 erfolgte eine Eintragung in das Vereinsregister der Stadt Remscheid.

Die erste öffentliche Veranstaltung des noch jungen Vereins war die Ausrichtung eines Seifenkistenrennens in Zusammenarbeit mit dem Remscheider Verkehrsamt. Auf der Jahreshauptversammlung 1951 wurde der Beschluss gefasst, den Vereinsnamen zu ändern: der Remscheider Automobilclub war geboren. Dieser Namensvorschlag kam von Wilfried Hilger, der ein Jahr später auch das Amt des 1. Vorsitzenden von Wilhelm Bergmann übernahm. Dieser hatte das Amt seit 1928 inne. Nachdem das Wirtschaftswunder in Deutschland so langsam in Schwung kam, stieg auch die Anzahl der Veranstaltungen, genauso wie die Anzahl der Teilnehmer.

Der Remscheider Automobilclub erlebte in dieser Epoche seine erste Blütezeit im Nachkriegsdeutschland. Von 1953 bis 1964 wurden 30 Orientierungsfahrten (davon 11 als Nachtfahrten), 8 Bildersuchfahrten, 8 Fuchsfahrten sowie 10 Geschicklichkeitsprüfungen durchgeführt. Ebenso lief die RAC-Touristik auf vollen Touren. Ob nun Touren in die nähere Umgebung oder Rallyes bis in die Schweizer Alpen, die Veranstaltungen waren durchweg gut besucht. Eine Teilnehmeranzahl von 50 bis 100 Clubmitgliedern und Gästen war keine Seltenheit. Diese Zahlen sind für heutige Zeiten nahezu undenkbar.

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