Schloss Burg

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Schloss Burg, Fotograf: Michael Tettinger, Solingen
Schloss Burg, Fotograf: Michael Tettinger, Solingen

Schloss Burg in Solingen ist eine der größten wiederhergestellten Burganlagen Westdeutschlands und geht auf die Grafen von Berg an der Wupper zurück. Heute ist die Anlage ein beliebtes Ausflugsziel, Sitz eines Museums und Ort diverser kultureller Veranstaltungen.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Geschichte

Anfang des 12. Jahrhunderts erbaute Graf Adolf II. von Berg, Schloss Burg auf einer Höhe über der Wupper. Der neue Stammsitz hieß damals "Burg Neuenberge" oder "Neuenburg". Erst im 15. Jahrhundert erhielt die Burg nach dem großen Umbau zum Jagdschloss ihren heutigen Namen.

Nach dem Sieg des Grafen Adolf V. von Berg im Limburger Erfolgstreit wurde der Verlierer, der Erzbischof von Köln Siegfried von Westerburg, auf Schloss Burg gefangen gehalten. Adolf V. hatte nun freie Hand, eine Stadt am Rhein zu gründen: Düsseldorf.

Vom Mai bis Juni 2005 fand auf Schloss Burg eine archäologische Untersuchung statt. Während der Ausgrabung wurden auch Keramik-und Knochenfragmente gefunden, die Auskunft über den damaligen Speiseplan gaben.

[bearbeiten] Verfall und Wiederaufbau

Schloss Burg, Fotograf: BergWiki
Schloss Burg, Fotograf: BergWiki

1632 wurde Schloss Burg während des Dreißigjährigen Kriegs von den Schweden beschossen und belagert. Nach dem Krieg zerstörten die kaiserlichen Truppen 1648 bei ihrem Abzug alle Wehranlagen (Bergfried, Mauern, Tore und Türme) außer dem Diebesturm und einigen Wirtschaftsgebäuden. 1700 wurde der Hauptbau wieder teilweise instand gesetzt. Bis 1807 blieb er Sitz der herzoglichen Rentmeister und Richter des bergischen Amtes Bornefeld.

Bis 1849 wurde die Burg gewerblich-industriell genutzt, u. a. wurde in den verlassenen Schlossbauten eine Wolldeckenfabrik eingerichtet, die die bekannten Burger Scharzen herstellte. Der Volksmund nannte daher Schloss Burg auch Schaazenborg, Scharzenburg. Mitte 1849 riss man das Dach vom Palas herunter; das Eisen- und Holzwerk sollte zum Bau des Elberfelder Landgerichts verwendet werden. Ab diesem Zeitpunkt zerfiel der Palas fast vollständig und wurde zur Ruine.

Der Architekt Gerhard August Fischer aus Barmen setzte sich seit 1882 mit einer Fülle von Zeichnungen, Plänen, Entwürfen und eigenen Grabungen für den Wiederaufbau ein. Dabei verwendete er auch alte Unterlagen und orientierte sich in erster Linie an dem Aussehen der rheinländischen Burgen im 16. Jahrhundert.

Am 3. August 1887 wurde der Verein zur Erhaltung der Schloßruine zu Burg an der Wupper gegründet, der später in Schlossbauverein umbenannt wurde.

Ab 1890 erfolgte dann der Wiederaufbau durch den Schlossbauverein unter Führung des Wermelskirchener Fabrikanten Julius Schumacher; die Bauarbeiten zogen sich bis 1914 hin. Als letzter Bauabschnitt des Aufbaus wurde der Batterieturm errichtet, der seit dem 21. Oktober 1951 die „Gedenkstätte des Deutschen Ostens“ beherbergt.

1929 wurde das Engelbert-Denkmal zu Ehren des Erbauers und Erzbischofes eingeweiht. Das Werk des Bildhauers Paul Wynand aus Berlin wurde von Max Albert Molineus gestiftet.

[bearbeiten] Heute

Die Rekonstruktion heute zieht Publikum aus dem Umfeld, aber auch Touristen aus aller Welt an. Mehr als 250.000 Menschen besuchen jährlich die Anlage. Außerdem ist die Schlosskirche beliebt für Trauungen.

Reiterstandbild von Graf Engelbert II.
Reiterstandbild von Graf Engelbert II.

[bearbeiten] Bergisches Museum

Im inneren Teil der Burg befindet sich das "Bergische Museum Schloss Burg". Es befindet sich im inneren Teil der Burganlage und kostet Eintritt.

In vier wichtigen Räumen des Museums finden Veranstaltungen statt: Rittersaal, Ahnengalerie, Kemenate und Kapelle. In der Ahnengalerie wird die Geschlechterfolge der bergischen Landesherren mit Stammbäumen und Gemälden dargestellt. Weiter sind unter anderem Rüstungen und Waffen in der Rüstkammer, Jagdaccessoires und Münzen, etwa der Kölner Silberdenar von Erzbischof Engelbert I. Graf von Berg, zu sehen. Ein Wandgemälde im Rittersaal von C. Meyer (1856-1919) zeigt die Ermordung Engelberts 1225.

Darüber hinaus findet man auf dem Schlossgelände Souvenirläden und eine Reihe von Handwerkern. Ein Rundgang führt durch die Räume des Museums und auch auf den Bergfried.

[bearbeiten] Veranstaltungen

Mit Basaren, Märkten, Konzerten, Theateraufführungen und Ritterspielen im Gebäude und auf dem Schlosshof wird Schloss Burg ständig zu einem Anziehungspunkt. Die erste regelmäßige Veranstaltung im Jahr ist der Ostermarkt. 2005 fand dieser zum elften Mal statt. Die Ritterspiele und der historische Mittelaltermarkt sind ebenfalls fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders. Gegen Ende eines Jahres folgt die Kunsthandwerkermesse und zum Jahresabschluss gibt es dann noch den traditionellen Adventsbasar. Regelmäßig finden auch Ausstellungen und Büchermärkte statt. Jährlich finden auch Kulturveranstaltungen der Landsmannschaften statt.

Seit 50 Jahren finden jährlich die Rittersaalspiele des Westdeutschen Tourneetheaters auf Schloss Burg an der Wupper ohne städtische Zuschüsse statt und sind weit über die Grenzen des Bergischen Landes bekannt und beliebt.


[bearbeiten] Umgebung

Schloss Burg
Schloss Burg

Schloß Burg liegt genau im Zentrum des Städtedreiecks Solingen, Remscheid und Wermelskirchen und ist traditionell ein beliebtes Ausflugsziel. Viele Wanderwege führen in die umliegenden Wälder, nach Unterburg und nach Oberburg. In der ortsansässigen Gastronomie, die zum Teil auf dem Gelände der Burgananlage angesiedelt ist, kann man die Burger Brezel kaufen und die Bergische Kaffeetafel genießen. Den Brezelbäckern wurde sogar ein Denkmal gesetzt. Ihre Zunft findet ihren Ursprung um 1790. Eine Seilbahn verbindet Unterburg mit Oberburg, wo sich das Schloss befindet.

Seit Oktober 2008 befindet sich auf dem Burggelände, im Bereich Schlossplatz 6 bis 18 eine aus einer einzigen Fichte mit einer Motorkettensäge geteilte Naturstammbank mit Rückenlehne. Mit einer Länge von 22,22 m hält sie den Längenrekord in Deutschland. Die Bank wird sehr gut angenommen von den Besuchern als Rastplatz oder für Fotos, insbesondere für Gruppenfotos von Schulklassen und Vereinen oder Brautpaare. Der Auftakt des traditionellen Ansitzens der Rekordbank findet am 3. Mai, 10 Uhr statt.


[bearbeiten] Kontakt

Schlossbauverein
Burg an der Wupper e.V.
Schlossplatz 2
D-42659 Solingen


Telefon: 0 212 / 24 22 - 611 (Verwaltung/Sekretariat)
0 212 / 24 22 - 626 (Info & Kasse)

[bearbeiten] Weblink


[bearbeiten] Öffnungszeiten

Montag 13.00 – 18.00 Uhr

Dienstag bis Sonntag 10.00 – 18.00 Uhr


[bearbeiten] Eintrittspreise

Erwachsene 5,00 €

Erw. in Gruppen (ab 15 Pers.)4,50 €

Studenten (mit Ausweis)4,00 €

Schwerbehinderte (mit Ausweis) 4,00 €

Kinder und Schüler (3-18 Jahre) 2,50 €

Schüler in der Klasse 2,00 €

Familienkarte 14,00 €


[bearbeiten] Führungen

Schulklassen 35,- €

Gruppen allgemein 40,- € (deutsch/fremdsprachig)

Gruppen am Wochenende 50,- € (deutsch/fremdsprachig)

Gruppen nach Öffnungszeiten 60,- € (zusätzlich zwei Hausmeisterstunden

[bearbeiten] Weblink

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