Schloss Gimborn
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Das Schloss Gimborn ist ein Schloss im Ortsteil Gimborn der Gemeinde Marienheide im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Benachbarte Schloss Gimborner Ortsteile sind Boinghausen im Norden, Jedinghagen im Osten, Erlinghagen im Süden, Scheel und die Ruine Eibach bzw. Unterlichtinghagen im Westen. Das Schloss wird heute u.a. als Tagungs-, Begegnungs- und Weiterbildungsstätte für insbesondere Polizeibedienstete genutzt.
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[bearbeiten] Geschichte
Die ehemalige Wasserburg befindet sich in einem abseits gelegenen Tal der oberen Leppe. Der Burggraben wurde im Gegensatz zu allen bisherigen Behauptungen der verschiedensten Literatur, selbst solcher neuester Zeit, zu keiner Zeit von der starken Quelle unter dem „dicken“ Südwestturm gespeist. Der ehemalige Burggraben war eine Umleitung des östlich vorbei fließenden Gimbachs. Von der ehemaligen Burganlage existieren nur noch Reste des Hauptturmes in der nordöstlichen Gebäudeecke des heutigen Haupthauses und der Umwehrungsmauer, auf der offenkundig das Nebenhaus und der quer zum Schloss angeordnete langgestreckte nördliche Wirtschaftsflügel (1741) aufgesetzt sind. Die Quelle unter dem Schlossturm wurde stets auf direktem Wege in den Schlossteich geleitet.
In späteren Bauphasen, nach Einführung der Feuerwaffen, wurden die Verteidigungsanlagen, die ihre militärische Bedeutung verloren hatten, zugunsten von Repräsentativen Elementen zurück- beziehungsweise umgebaut. Das heutige Schloss war zu keiner Zeit ein Wasserschloss; der Graben auf der Nordwestseite der Schlossanlage diente lediglich der Trockenhaltung des unter Straßenniveau gelegenen Geschosses.
Die heute noch sichtbaren Kettenrollen einer ehemaligen Zugbrücke sind insofern auch kein Relikt einer Wassergraben überspannenden Brücke, sondern die des seinerzeit neuen Schlosszuganges mit der Errichtung des neuen Haupthauses mit Baubeginn um 1600. Die Anlage ist daher richtigerweise als ganz normales Schloss anzusprechen.
Gimborn wurde 1273 von dem Grafen von Berg an den Grafen von der Mark verpfändet und war seit 1631 Residenz der Grafschaft Gimborn-Neustadt des Hauses Schwarzenberg. Zwischenzeitlich waren von Graf Wallmoden-Gimborn, Graf von Meerveldt und Graf Cajus von Stolberg zu Stolberg Besitzer der Herrschaft Gimborn.
Seit 1874 ist die Anlage im Besitz der Freiherren von Fürstenberg zu Gimborn.
Seit 1969 dient das Schloss als Tagungs- und Begegnungsstätte der International Police Association. Einmal im Jahr öffnet das Schloss seine Türen, zum Schützenfest der Gimborner "St. Sebastianus-Schützenbruderschaft".
[bearbeiten] Wissenswertes
- Unter dem mittelalterlichen Hauptturm von Schloss Gimborn entspringt eine immer noch gleichmäßig sprudelnde Quelle, die zu keiner Zeit den ehemaligen Burggraben speiste, aber auf direktem Wege in den Schlossteich floss und von dort aus das Mühlrad der Kornmühle antrieb. Die Quelle des Gimbachs, der schon 1273 das Grabensystem der ehemaligen Wasserburg bewässerte, entspringt ca. 2 km nordöstlich am Jedinghagener Berg, er fließt etwa 1 km südlich von Gimborn am sogenannten Gimboner Dreieck mit der Leppe zusammen, die ihrerseits in der Agger mündet.
- Besitzer in dieser Zeit: Graf Adolph von Berg.
- Danach kamen die Ritter von Gimborn und
- Anfang des 15. Jahrhunderts Johann Kruwel.
- Durch Heirat seiner Tochter kam die Burg 1437 an Dietrich von Bourscheid.
- Dessen Tochter brachte 1509 auch durch Heirat die Burg an Bertram von Nesselrode.
- Es folgte 1532 Wilhelm von Harff, dessen Tochter Anna 1550 Wilhelm von Schwarzenberg heiratete.
- Die Witwe ihres Sohnes Graf Adolph von Schwarzenberg, Elisabeth von Wolff-Metternich, ließ von 1602 bis 1612 als Teil der gesamten Schlossanlage ein neues Haupthaus bauen, das deren Sohn Adam von Schwarzenberg ab dem Jahre 1612 um den an der Südwestecke angebundenen "Dicken Turm" erweitern ließ.
- Adam von Schwarzenberg wurde brandenburgischer Minister und begründete 1630 die reichsunmittelbare Herrschaft Gimborn-Neustadt.
- Im 30-jährigen Krieg wurde das Schloss von den Schweden belagert und erobert.
- Graf von Schwarzenberg gelangte danach wieder in seinen Besitz.
- 1781 wurde das Anwesen an die Grafen von Wallmoden verkauft.
- Umfangreiche Umbauten fanden im 18. und 19. Jahrhundert statt.
- 1813 wird Graf Merveldt Besitzer, welcher das Schloss 1835 an die Grafen zu Stolberg verkaufte.
- Seit 1874 gehört Schloss Gimborn den Freiherren von Fürstenberg-Gimborn.
- In Schloss Gimborn ist seit 1969 eine Fortbildungsakademie der Polizei untergebracht: Das Informations- und Bildungszentrum "IBZ" Schloss Gimborn.
(siehe Hans-Jochen Baudach,"Gimborn und seine Geschichte", erschienen 2010)
[bearbeiten] Kontakt
Schloss Gimborn
Informations- und Bildungszentrum
Schlossstrasse 10
51709 Marienheide
Telefon: 02264 / 404330
Telefax: 02264 / 3713
[bearbeiten] Anfahrt
- Nächste größere Stadt: Marienheide
- Autobahn: A 45
- Autobahnausfahrt: Meinerzhagen
- westlich nach Marienheide, südwestlich nach Gimborn
[bearbeiten] Wandervorschlag
- In der Umgebung des Schlosses
- Besuch der Wallfahrtskirche in Marienheide
- Besuch des Heimatmuseums in Dahl
[bearbeiten] Weblinks
[bearbeiten] Literatur
"Bergische Burgen und Schlösser", Alfred Lauer, rga. Buchverlag, ISBN 3-923495-37-4


