St. Josef-Kirche, Remscheid

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Sankt Josef: Wahrzeichen der Remscheider Südstadt, Foto: Paolo Miola
Sankt Josef: Wahrzeichen der Remscheider Südstadt, Foto: Paolo Miola

Seit über 80 Jahren grüßt uns der himmelsstrebende Turm der Kirche St. Josef aus dem Remscheider Süden. Bei der Weihe der Kirche am 16.12.1928 war es bitterkalt, doch den Katholiken des Südbezirks war es warm um's Herz. Sehr lange hatten sie nämlich auf ein eigenes Gotteshaus gewartet. Das taten sie mit Langmut, Gottvertrauen, aber auch mit persönlichem Einsatz, oft verbunden mit großzügigen Opfergaben. Johann Vaillant, Gründer der weltbekannten Heizgerätetechnik-Firma Vaillant, spendete 1903 das Grundstück, auf dem die Kirche heute steht, der Gemeinde; und viele Ausstattungsgegenstände der ersten Jahre.

Geplant war die Remscheider St. Josef-Kirche 1912 im Stil einer frühromanischen Basilika. Es wäre die größte u. vielleicht schönste Kirche der Stadt geworden. Kurz nach Baubeginn 1914 brach jedoch der I. Weltkrieg aus und machte das Vorhaben zunichte. Das gesammelte Gemeindevermögen ging verloren. Es folgte eine schwere Zeit.

1928 konnte dann, nach Plänen des Lenneper Architekten Otto Christ, endlich eine Kirche, wenngleich in schlichteren, damals hochmodernen Formen erbaut werden. Heute ist man sich der Bedeutung der typischen 20er-Jahre-Architektur sehr wohl bewußt.

Bei den Pfarr-Geistlichen erinnert sich die Gemeinde besonders gut an die 29 Jahre Seelsorge unter der Leitung von Pastor Karl-Ernst Jeners, welcher im Januar 2004 verstarb. Man schätzte seine Menschenfreundlichkeit und denkt gern zurück an die spirituelle Art seiner gelebten Priester-Berufung! Geblieben ist den Gläubigen von St. Josef fortwährend eine tiefe Verbundenheit zu ihrer Kirche. Bei der Sanierung des Gotteshauses (bis 2005) brachte die Gemeinde einen großen Teil finanzieller Mittel selbst auf. Diese Wertschätzung ist wichtig, denn Pfarrer (u. Pastoralkräfte) kommen und gehen, doch unsere Kirche bleibt bestehen, so sagt man. Deutung: Nur wo sich eine Gemeinde mit Hingabe und Fürsorge um das ihr anvertraute Gotteshaus kümmert, kann eine Basis religiösen Lebens fortbestehen und auch eine Wirkungsstätte für Geistliche erhalten werden.

Wenn die Sonne auf unsere helle Kirche scheint, strahlt sie wie ein Licht in einer manchmal dunklen Zeit. Vom schlichten Äußeren der Kirche besehen, erwartet man innen nicht direkt diese lichte, würdige Raumfülle, in der sich die Gläubigen stets geborgen fühlen. Als einzige Kirche in Remscheid besitzt St. Josef zudem eine Krypta (kl. Unterkirche) für Werktagsmessen und besondere religiöse Angebote.

[bearbeiten] Besonderheit

Seit dem 04.01.2009 werden in der St. Josef-Kirche zu Remscheid wieder Heilige Messen in der außerordentlichen Form des römischen Ritus (Tridentinische Messe), zusätzlich zu der gewohnten Gemeindemesse, gefeiert. Die Geistlichen reisen dafür dankenswerterweise aus Köln an; sie gehören zu der Priesterbruderschaft St. Petrus.

Außer der heutigen Seifert-Orgel von 1988 sorgt auch das Läutewerk im Turm, mit insgesamt 5 Glocken, für einen hörbaren Wohlklang. Erfreuen wir uns am kraftvollen Schalle, welcher uns dann eindrucksvoll zum Gottesdienst einlädt! Diese Kirche kann sich auch heute, in einer materialistischen, oberflächlichen, scheinbar wertelosen Zeit, der Treue ihrer Pfarrkinder sicher sein!

© Text: PAOLO MIOLA, Remscheid

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