Tüpitter
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Nit te bang! Tü Pitter!
Der Tüpitter, in Kupfer getriebene Symbolfigur des Remscheider General-Anzeiger, wacht als ehernes Standbild vor dem Medienhaus am Friedrich-Ebert-Platz. Über alle Jahre hinweg hat er mit seinem Zuruf: "Nit te bang! Tü Pitter!" (Nur keine Angst! Zieh, Peter!) dazu ermuntert, Themen, die die Öffentlichkeit bewegen, an die große Glocke zu hängen.
Von Anfang an war der Tüpitter als Symbol des unerschrockenen Verkünders, der einst mit der Glocke läutend seine Nachrichten ausrief, für den RGA Auftrag, Mahnung, Programm; mit seinem "Nit te bang!" sprach er den Lesern des Remscheider General-Anzeiger aus dem Herzen. Der Tüpitter - ein Begriff in Remscheid und weit darüber hinaus.
Der Volksmund prägte diesen Namen, der gleich in der ersten Nummer des Remscheider General-Anzeiger am Samstag, 26. Oktober 1889, eingeführt wurde. Gustav Knipping, ein früher Mitarbeiter des RGA, schrieb in dieser ersten Ausgabe und dann jahrzehntelang eine plattdeutsch gereimte Lokalkritik unter einer Vignette, die einen bärtigen bergischen Schmied oder Zwerg - in der deutschen und auch in der bergischen Sage ist das laut Heimatforscher Dr. Erich Mengel dasselbe - in "Hemdesmauen" (Hemdsärmeln) und "Blotschen" (Holzschuhen), mit "bloolinem" (blauleinener) "Kammesool" (Jacke), "Barbel" (Schurzfell) und "Pullmötsche" (Zipfelmütze) zeigt. Die Remscheider waren begeistert. Dr. Erich Mengel rückschauend: "Hier, so spürten sie, wurde der Finger auf schwärende Wunden gelegt, hier wurde das ausgesprochen, was jeden bewegte, hier wurde ihre plattdeutsche Sprache gesprochen, hier wurde nicht um eine Sache herumgeredet, hier wurde das Kind beim Namen genannt. So wurde der Tüpitter ein Ehrenname, auf den der RGA mit Fug und Recht stolz sein kann."
"He es wier doo!" freuten sich die Leser, als "ihr" Tüpitter am 29. Oktober 1949 nach über vierjähriger Zwangspause wiedererschien. Dieser Ausruf mag beweisen, wie sehr sie den RGA mit der Symbolfigur identifizierten, die zur Zeitungspersönlichkeit schlechthin wurde. So schrieben Remscheider "i’enen Brief ut derr Fremden" an den Tüpitter. "Lieber Tüpitter", heißt es in vielen Leserzuschriften bis auf den heutigen Tag. Der Tüpitter ist treuer Begleiter durch die Geschichte, mag für manchen der Ursprung seines Namens auch längst im Dunklen liegen.
