Wermelskirchen

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Stadtwappen Lage in Deutschland
Wappen der Stadt Wermelskirchen Lage der Stadt Wermelskirchen in Deutschland
Lage im Bergischen Land
Lage der Stadt Wermelskirchen im Bergischen
Daten zur Stadt
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rheinisch-Bergischer Kreis
Fläche: 74,58 km²
Einwohner: 36.588
Geographische Lage: 51° 8' nördl. Breite

7° 13' östl. Länge

Kfz-Kennzeichen: GL
Höhe: 345 m ü. NN
Postleitzahl: 42929
Vorwahl: 02196 Stadtgebiet und Dhünn

02193 Dabringhausen

Wermelskirchen ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen südöstlich von Remscheid im Rheinisch-Bergischen Kreis mit den Ortsteilen Dhünn und Dabringhausen im Naturpark Bergisches Land. Die Große Dhünntalsperre, größte Trinkwassertalsperre im Westen Deutschlands, liegt teilweise auf Wermelskirchener Stadtgebiet.

Wermelskirchen, um 1150 erstmals erwähnt, liegt mit seinem Kern auf einem Höhenrücken und zieht sich viele Kilometer an der Bundesstraße 51, der alten Handelsstraße Köln-Dortmund, entlang. In erster Linie ist hier die Textil- und die metallverarbeitende Industrie und bis noch vor wenigen Jahren die Schuhindustrie von Bedeutung. Größter Arbeitgeber heute 2009 ist die Baumarktkette "Obi". 1873 zur Stadt erhoben, konnte Wermelskirchen 1975 durch die Eingemeindung von Dabringhausen und Dhünn sein Gebiet mehr als verdoppeln.

Sehenswert sind der größte Weihnachtsbaum der Welt, die evangelische Kirche in Dabringhausen sowie die über 800 Jahre alte Stadtkirche, die einst Namensgeberin war und das älteste Gebäude der Stadt ist.

Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist das Kulturzentrum "Kattwinkelsche Fabrik". Neben regelmäßigen Musik-Events gibt es hier ein breites Angebot an Kabarett- und Comedy-Veranstaltungen mit teilweise bundesweit renommierten Künstlern, aber auch Nachwuchstalenten bietet sich hier die Chance zur Profilierung.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Stadt Wermelskirchen zeigt einen silbernen, dreigeteilten Schild. In dem linken Feld befindet sich ein Eichbaum, das rechte Feld zeigt einen Schwan und im Mittelfeld ist eine Kirche dargestellt. Die drei Felder stehen für die drei ehemaligen Hofschaften aus denen Wermelskirchen entstanden ist: das Kirchdorf, die Eich und der Schwanen. Über dem Schild befindet sich eine dreitürmige Mauerkrone als Symbol für den Status als Stadtgemeinde.

[bearbeiten] Kultur

[bearbeiten] Geschichtsverein

Der Bergische Geschichts-Verein, Abt. Wermelskirchen, tagt fast jeden 1ten Montag im Monat ab 19.30 Uhr im Hotel zur Eich. Jeden Montag treffen sich Interessierte im Archiv des Vereins im Keller der Schwanenschule an der Jahnstraße von 9-12 Uhr. Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

[bearbeiten] Mundartfreunde

Auch "Plattkaller" genannt. Erste Zeugnisse für Mundart sind die ältesten Schreibweisen für unsere Ortsnamen. Z.B. der Name von Wermelskirchen wird ersmals im 12. Jahrhundert "Werinboldiskirken" geschrieben. Zeugnisse für einzelne mundartliche Wörter finden sich auch in einem Testament von 1721. In den Jahren 1784-1799 streiten Johann v.d.Eichen gegen Ww Bornefeld und Ww v.Stein um ein Erbteil zur Heidt. Darin enthalten ist ein Stammbaum und ein Original-Testament von 1721, Wert der Güter 1300 Taler. Der erste Ortschronist Peter Josef Heinrichs hat in seinem Werk "Wermelskirchen" 1892 dann einige mundartliche Texte veröffentlicht. Paul Drees veröffentlichte in den 70ziger(?) Jahren im Verlag Buchhandlung Hackenberg Mundart unter dem Titel "Ut dem Stuckepöttchen". Siegfried Hackenberg selber schreibt sich die Bewegung "Loffer noch ens platt kallen" in Wermelskirchen zu. Die "Mundartfreunde" wurden von Otto Schröder, Werner Lappe und Friedel Jäger ins Leben gerufen. Sie tagen noch heute, jeden ersten Freitag im Monat, im Hotel zur Eich ab 18 Uhr. Interessenten und Gäste sind jederzeit herzlich willkommen.

[bearbeiten] Die Stadtfuehrer

Historische Stadtführungen mit vielfältigen Informationen zur Stadt, Industriegeschichte , zu den Denkmälern, berühmten Persönlichkeiten, amüsanten Anekdoten und vieles mehr bieten "Die Stadtfuehrer", die sich zu einer Interessengemeinschaft (IG) zusammengeschlossen haben. Ausgebildet von der Volkshochschule in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein betätigen sie sich als "Augenöffner" auf den Wegen durch die Stadt, denn sie zeigen den Besuchern Altes und Althergebrachtes, wissen um Geschichte und Geschichten und kennen Anekdoten aus einer fast vergessenen Zeit.

Kontakt: Tel. 02196-1499, 02193-4131 oder stadtfuehrer.wk@gmail.com

[bearbeiten] Orte

[bearbeiten] Höhrath

Der Ort war ein Freigut, d.h. ohne Schatzpflicht, die Lage des ältesten Hofes ist unbekannt.

Im Jahre 1217, Graf Adolf III (1308-48) bestätigt die Schenkung seines Vaters an die Johanniter in Hurterodhe(Höhrath) anläßlich des Aufbruch zum Kreuzzug ins Heilige Land.

Dann 1265: Margaretha, Gräfin von Berg und Adolph ihr Erstgeborener bekunden, daß Engelbert miles de Budelinberg, mit Einstimmung seines Sohnes Engilbert, das Gut in Höhrath dem Johann daselbst übertragen, dem Johannis Hospital in Burg aber, welches von diesem Gute 3 Solidi zu beziehen hatte, eine gleiche Rente auf seine Güter in Eysilswarde(Eselsfahrt) angewiesen, von dem vorgenannten Johann aber für das Gut Höhrath das Gut in Winkelhausen ertauscht habe. Zeugen: Adolph de Stammheim, Adolph de Bomgarde, Theodericus de Elnere, Wilh. de Helden. Original mit dem Siegel der Gräfin und des Grafen.

Anno 1420 heißt es: Eß is auch eine wieße unter heurath im Ambt Bornefeldt uff der glüdern Forellenbach gelegen, da vormahlen eine olligs Mülle gestanden haben solle ... ist an Tillmannen in der Straße und Barbaren Eheleute verpachtet.

Im Jahre 1507 oder 1568: liegt ein frei güttgen genant Hoirderaide in dem Ambt Bornfeld, hort halfs zu henrichen up dem huißgen, und einer ainer frauwen, und man sehet iahrs darup 4 malder haber 2 sümber korns.

1513 hayt der eyn bech, genant de glyder bech und geyt van der Wopperen an up bis an den wech under Hoerdroide und hayt nu Sibell yn dem Wyerhove und thoeness und sullen darvan leveren up dyt cloyster drey halve krebse und vorellen dey sy yn dem bech vangen.

1573,23.4., Vergabe eines Privilegs zur Herstellung von Burger Decken an Peter auf Huerath, Johannes Voss, Styne Christians Ww, Joh. Langen, Johann Proll, Herman zu Huerath, feye seine Schwester, Tilman zu Höhrath.

1682,1.4., Bernhard Gisbert Freiherr v. Capel, Johanniterordenskomtur zu Herren-strunden verpachtet für sechs Jahre die Fischerei des Ordens im Glüderbach an Dietrich Speck bis an den obristen Herwegh dahe die von Höhrath die Walkmühl gesetzt haben.

(Quelle: N.J.Breidenbach, Neue "Alte Ansichten" von Schloß Burg..., ZBGV Romerike Berge 1/2008)

Seit der kommunalen Neugliederung gehört dieser Ortsteil zu Solingen.

[bearbeiten] Persönlichkeiten

[bearbeiten] Ehrenbürger

  • 1876: Ludwig von Bohlen
  • 1884: Carl Leverkus
  • 1895: Fürst Otto von Bismarck
  • 1899: Richard Königs
  • 1915: Wilhelm August Wiel
  • 1933: Paul von Hindenburg
  • 1937: Heinrich Potjan
  • 1970: Ernst vom Stein
  • 1994: Heinz Voetmann
  • 2005: Manfred Maus

[bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

  • Carl Leverkus, (1804-1889) Chemieunternehmer und Namensgeber der Stadt Leverkusen.
  • Julius Trip, (1857-1907), Gartenbauingenieur
  • Otto Brass, (1875-1950) deutscher Politiker (Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD, USPD, KPD), MdR
  • Wilhelm Leverkus, (1808-1870) Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung
  • Gustav Preyer, (1801-1839) Landschaftsmaler
  • Günter Lilge, Maler
  • Uwe Boll, (*1965) Regisseur und Filmproduzent
  • Christoph Spengler, (*1969), Kirchenmusiker
  • Thomas Kleine, (*1977) Fußballspieler
  • Heinz Engels, Maler und Fotograf
  • Friedrich Dicke, (1927-2005), Freier Zeichner und Kalligraph
  • Carl Friedrich Goldenberg, (1798-1881), Paläontologe (Fauna Saraepontana fossilis)
  • Christian Lindner (*1979), Landtagsabgeordneter und Generalsekretär FDP
  • Johannes Vogel (*1982), Bundesvorsitzender Junge Liberale
  • Dominique Kusche, (*1990), Schauspielerin (u.a. Lindenstraße).
  • Friedrich Wilhelm Dörpfeld ( 1824-1893) Pädagoge und Schulreformer mit politischen und sozialem Konzept

[bearbeiten] Literatur

  • Alfred Lauer: Städte an der Wupper, RGA-Buchverlag 1992, ISBN 3-923495-26-9
  • Klaus (Nicolaus) J. Breidenbach, Alt-Wermelskirchen, Verlag Breidenbach 1991, ISBN 3-980-2801-0-1
  • Nicolaus J. Breidenbach, Familien, Eigentum und Steuern in Wermelskirchen, Dabringhausen und Dhünn von 1666-1991, Verlag Breidenbach 2003, ISBN 3-980-2801-8-7
  • Nicolaus J. Breidenbach, Das Gericht in Wermelskirchen, Hückeswagen und Remscheid von 1639 bis 1812, Verlag Breidenbach 2004, ISBN 3-980-2801-5-2
  • Nicolaus J. Breidenbach, Die Abtei Altenberg - Ihre Güter und Beziehungen zu Wermelskirchen, in: Altenberger Blätter, Heft 35, 2006
  • Nicolaus J. Breidenbach, Große Ledder - Von der "Scala" über die "Jusche" zum "Seminar und Freizeit Hotel der Bayer Gastronomie, Verlag Breidenbach, 2009, ISBN 3-980-2801-6-0

Koordinaten: 51° 9′ N, 7° 13′ O

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