Westdeutsches Tourneetheater
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Remscheid war 1954 die erste Stadt Westdeutschlands, die nach dem Krieg einen Theaterneubau (Teo Otto Theater) eröffnete. Das neue Haus sollte mit Gasttheatern bespielt werden. Im Zuge des Wiederaufbaus war das gängige Praxis. Anders als in anderen Städten löste sich jedoch das Remscheider Ensemble nicht auf, sondern wurde 1954 zu einem Privattheater, das ohne kommunale Förderung auskommen musste. Proberäume und Garderoben wurden von der Stadt angemietet, die das Ensemble im ersten Jahr für 20 Aufführungen engagierte. Weitere Gastspiele wurden in den ersten Jahren beispielsweise in Duisburg, Paderborn, Münster, Aachen und Osnabrück gegeben
Ab dem Jahr 1958 kamen im Auftrag des Goethe-Instituts auch Auftritte im Ausland hinzu, die das Theater, das sich mittlerweile "Westdeutsches Tourneetheater" (WTT) nannte, bis in die vereinigten Staaten führte. Im Laufe der Zeit wurden die Tourneen zur wichtigsten Einnahmequelle. In Remscheid wurde lediglich geprobt und geplant, Auftritte gab es hier nicht mehr.
Im Gebäude der alten Seilerwarenfabrik Helmrich hat das WTT bis heute seinen Sitz. Auf der Studiobühne werden die neuen Stücke zunächst zwei bis drei Mal vor einem kleinen Publikum aufgeführt, bevor man mit ihnen auf Tournee geht. Seit etwa 20 Jahren wird auf die aufwendigen und teuren Auslandstourneen verzichtet und man spielt nur noch in Deutschland und den angrenzenden deutschsprachigen europäischen Ländern.
1983 kriselte es beim WTT. Durch großes Engagement in der Öffentlichkeit konnte die Stadt Remscheid zu einer Subventionierung bewegt werden. Das Privattheater wird seitdem zu 50 % mit Kommunal- und Landesmitteln bezuschusst.
Einen besonderen Schwerpunkt hat das Tourneetheater im Bereich der Kindertheaterinszenierungen. In den 1970er Jahren wurde das WTT von der Stadt Remscheid für Aufführungen in Grund- und Hauptschulen engagiert, um Schüler an die Welt des Theaters heranzuführen. Diese Schultheaterform wurde als "Remscheider Modell" bekannt und wird bis heute praktiziert.
Seit 50 Jahren finden jährlich die Rittersaalspiele auf Schloss Burg an der Wupper ohne städtische Zuschüsse statt und sind weit über die Grenzen des Bergischen Landes bekannt und beliebt. Die Inszenierungen der letzten Jahre beweisen, dass dieses kleine Theater, das von Beginn an mit größtem Engagement seiner Mitglieder aufgebaut und auch durch schwere Zeiten hindurchgeführt wurde, ein wahrere Schatz der Stadt Remscheid, aber auch des gesamten Bergischen Landes ist, das darüber hinaus im Rahmen der Tourneen als Botschafter der Region in Erscheinung tritt.
[bearbeiten] Kontakt
- WTT - Westdeutsches Tourneetheater Remscheid GmbH
- Bismarckstr. 138
- 42859 Remscheid
- Email: wtt-remscheid@t-online.de
- Tel.: 02191-3 22 85
- Fax: 02191-34 37 98
[bearbeiten] Quelle
- Manuela Scheuber, Remscheid
