Wupper
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Die Wupper ist ein Fluss in Nordrhein-Westfalen, welcher in Marienheide-Börlinghausen entspringt. Im Oberlauf trägt sie bis Wipperfürth den Namen "Wipper". Sie berührt den Oberbergischen Kreis, Remscheid, Wuppertal, Solingen, den Rheinisch-bergischen Kreis und Leverkusen. Nach 116,5 km mündet die Wupper in Leverkusen zwischen den Stadtteilen Wiesdorf und Rheindorf in den Rhein.
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[bearbeiten] Der Verlauf
Die Wupper verläuft mit einem ausgedehnten nördlichen Bogen von Ost nach West. Sie durchfließt die Städte und Gemeinden Marienheide, Wipperfürth, Hückeswagen, Radevormwald, Wuppertal, Remscheid, Solingen und Leichlingen, bis sie in Leverkusen in den Rhein mündet. Kierspe, Ennepetal und Schwelm berühren mit ihrem Stadtgebiet ebenfalls kurz den Fluss.
Längster Nebenfluss ist die Dhünn, die in Leverkusen linksseitig in die Wupper mündet.
Das wassertechnische Einzugsgebiet umfasst 827 km². In diesem Einzugsgebiet leben ca. 900.000 Menschen.
Als Wipper gab der Fluss der Stadt Wipperfürth ihren Namen (dort befand sich an der Gemarkung Leiersmühle, als es noch keine Brücken gab, eine Furt zum Durchqueren des Flusses) wie auch den Wipperfürther Ortsteilen Wipperfeld und Wipperhof. Ebenso namengebend war die Wipper auch bei den flussaufwärts gelegenen Ortschaften Nieder-, Bös-, Klas- und Schmitzwipper. Trotzdem wird der Fluss (heute) bereits ab der Einmündung der Kerspe Wupper genannt. Als solche verlieh das Gewässer ursprünglich nur zwei Siedlungen den Namen, nämlich dem Solinger bzw. Leichlinger Ortsteil Wupperhof und dem Barmer Stadtteil Wupperfeld. 1930 wurde die erst 1929 entstandene Stadt Stadt Barmen-Elberfeld in Wuppertal umbenannt.
Der Name Wipper/Wupper leitet sich vermutlich vom Wippen des Wassers über die Steine im Bach bzw. Flussbett her, bedeutet also sich schnell bewegendes Wasser. Eine weitere mögliche Deutung wäre wogendes, reißendes Wasser, was auch dem vorherrschenden Charakter als Gebirgsfluss entsprechen würde. Diese Ableitung gab auch den Ortschaften Wippe, Wipperaue und Wipperkotten (alle Solingen) ihren Namen, jedoch hat dies nichts mit der Wupper zu tun, sondern mit dem Nebenfluss Weinsberger Bach, der am Wipperkotten in die Wupper mündet.
[bearbeiten] Bedeutung für die Region
Für die wirtschaftliche Entwicklung des Bergischen Landes ist die Wupper seit der Neuzeit grundlegend gewesen, da entweder ihr Wasser zum Bleichen von Garnen und Tuchen (Barmen und Elberfeld) oder ihre Antriebskraft über Turbinen und ober- bzw. unterschlächtige Wasserräder z.B. in Schleifkotten zur Metallbearbeitung in Solingen oder zum Schmieden in Remscheid genutzt wurde. Seit dem 19. Jahrhundert hat man sie zudem als Kühlwasserreservoir für die sich entfaltende chemische Industrie eingesetzt (Bayer-Werke in Wuppertal-Sonnborn).
[bearbeiten] Wasserqualität
Weil der Fluss von der anliegenden chemischen Industrie zur Abwasserableitung genutzt wurde, war die Wupper neben Elbe und Rhein Anfang der 1970er Jahre einer der am stärksten verschmutzten Flüsse Europas (in Westdeutschland Platz 2 hinter der Emscher), was im Sommer auch deutlich zu riechen war.
Ein umfangreiches Wasserschutzprogramm mittels zahlreicher Klärwerke und das Umdenken in der Industrie förderte die Wasserqualität nachhaltig, so dass nun wieder in der Wupper gefischt werden kann. Seit 2011 gibt es in der Wupper und seinen Nebengewässern erstmals wieder Lachse.
Gewässergüte: II–III (kritisch belastet); zuständige Behörde: Staatliches Umweltamt Düsseldorf, Stand: 2003.[1]
[bearbeiten] Sehenswürdigkeiten und Bauwerke
- Die höchste Stahl-Eisenbahnbrücke Deutschlands, die Müngstener Brücke, überspannt die Wupper zwischen Solingen und Remscheid.
- Die Wuppertaler Schwebebahn, die im Wuppertaler Stadtgebiet auf einer Länge von knapp zehn Kilometern zwölf Meter über dem Fluss verkehrt.
- Im Wuppertaler Ortsteil Kohlfurth wurde in der Nähe des Flusses das Straßenbahnmuseum des Bergische Museumsbahnen e. V. Wuppertal eingerichtet. Die nostalgischen elektrischen Bahnen verkehren an Wochenenden im Museumsbetrieb zwischen Kohlfurth und Wuppertal-Cronenberg.
- Im Solinger Stadtteil Burg befindet sich die Burganlage Schloss Burg, nach Burg Berge der zweite Stammsitz der Grafen und Herzöge von Berg.
- Am 21. Mai 2005 wurde vom Sauerländischen Gebirgsverein und vom Wupperverband der Wupperweg, ein Wanderweg von der Quelle in Marienheide-Börlinghausen bis zu der Mündung nach Leverkusen-Rheindorf eröffnet. Er hat eine Länge von 125 Kilometern.
- Das Wülfing-Museum Radevormwald-Dahlerau liegt auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Tuchfabrik Johann Wülfing & Sohn und ist ein sehenswertes Textilmuseum.
[bearbeiten] „Über die Wupper gehen“
Die Redewendung Er/Sie/Es geht über die Wupper – sie bedeutet: etwas oder jemand verschwindet oder stirbt – hat dem Volksmund nach folgenden Hintergrund: in einem Wuppertaler Gefängnis gab es früher einen Todestrakt. Dieser lag aus Sicht des Gefängnisses auf der anderen Seite der Wupper. Um ihn zu erreichen, musste man über eine Brücke gehen. Wenn ein Schwerverbrecher hingerichtet werden sollte, musste er somit über die Wupper gehen.
Eine weitere Bedeutung der Redewendung ist der Bankrott: das Wuppertaler Amtsgericht befindet sich auf einer Insel inmitten der Wupper (Eiland). Wer also Insolvenz anmeldet, muss – auf welcher Wupperseite er auch immer wohnt – über die Wupper gehen, um zum zuständigen Gericht zu kommen.
Die wahrscheinlichste Deutung ist aber folgende: in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bildete der östliche Wupperverlauf die Grenze zwischen der an Preußen übergegangenen Grafschaft Mark und dem Herzogtum Berg. Der preußische Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. schickte seine Zwangsrekrutierer auch in diese entlegene Provinz. Um den Werbern zu entkommen, flüchteten die jungen Männer über den Fluss nach Berg – „sie gingen über die Wupper“ ins nahe Exil. Diese Abwanderung hinterließ deutliche Spuren in der Demographie und Ökonomie beiderseits des Flusses. Während im bergischen Barmen durch den Zuwachs an leistungsfähigen Arbeitskräften die Industrie spürbar prosperierte, folgte im märkischen Schwelm ein wirtschaftlicher Niedergang.
[bearbeiten] Literatur
- Alfred Lauer: Die Wupper – Von der Quelle bis zur Mündung. J.F. Ziegler KG, Remscheid 1988, ISBN 3-923495-13-7
- Natali Tesche-Ricciardi, Michael Leja: Die Wupper - Amazonas im Bergischen Land J.F. Ziegler KG, Remscheid 2009, ISBN 394049108X
