Lennep
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Lennep ist mit 26.026 Einwohnern (im Jahr 2006) der zweitgrößte Stadtbezirk von Remscheid. Die mittelalterliche Altstadt zählt zu den ausgewählten 35 historischen Stadtkernen Nordrhein-Westfalens. 116 Häuser des Stadtkerns, darunter viele Bauwerke des „Bergischen Barock“, die nach dem Stadtbrand von 1746 entstanden, stehen unter Denkmalschutz.
→ Siehe auch: Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Remscheid
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[bearbeiten] Geschichte
Um 1170 wurde der „Fronhof Lennep“ erstmalig geschichtlich erwähnt, als das Kloster Werden an der Ruhr Güter und Einkünfte forderte. Später gelangte er in den Besitz der Grafen von Berg, die ihm um 1230 die Stadtrechte verliehen. Archäologische Funde belegen, dass es bereits 5.000 Jahre zuvor Menschen gegeben haben muss, die dort Siedlungen errichtet haben.
Dieser Frohnhof Lennep hatte eine geografisch günstige Lage, da er jeweils genau zwei Tagesreisen von Köln und Dortmund entfernt lag. Zudem garantierte die landwirtschaftliche Struktur des Gebietes jederzeit frischen Proviant. Diese Vorzüge nutzten die Kaufleute auf ihren Handelswegen. Lennep entwickelte sich rasch zum wichtigen Etappenort mit Herbergen, Handwerksbetrieben, Warenlagern und Handelsplätzen. So wurde es bereits zwischen 1200 und 1260 zu einer bedeutenden Stadt. Aus dieser Zeit stammt auch das älteste Lenneper Stadtsiegel. Zu dieser Zeit wird Lennep von einer hohen Befestigungsmauer mit zwei Ausfalltoren umschlossen.
Durch zunehmende geschäftliche Aktivitäten entstanden erfolgreiche Handelshäuser mit internationalen Verbindungen. Im Verlaufe des 14. Jahrhunderts entwickelte sich in Lennep zudem eine leistungsfähige Tuchindustrie. Durch die frühmittelalterliche Handelsstraße Köln-Dortmund-Madgeburg wird Lennep zu einem bedeutenden Handelsplatz und tritt im 13. Jahrhundert der Hanse bei, dem mächtigen Städte- und Handelsverbund. Im 15. Jahrhundert wurde Lennep eine der vier bergischen Hauptstädte.
Im Jahre 1677 legten Minoritenmönche den Grundstein für das Kloster und die Klosterkirche, welche im Jahre 1700 eingeweiht werden konnten. Die Klosterkirche gilt als der älteste Sakralbau Remscheids. Der Bau dauerte bis 1696. Bezogen wurde er bereits 1681.
Mit dem Niedergang der Hanse und dem Rückgang des Osthandels im 16. Jahrhundert verlor die Stadt an Glanz und Einfluss. Erst der allgemeine Aufschwung des Bergischen Landes im 17. und 18. Jahrhundert brachte Lennep erneut wirtschaftliche und politische Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde Lennep Kreisstadt des gleichnamigen Kreises.
In den Jahren 1888 und 1893 schieden zuerst Remscheid und dann die Bezirke Hohenhagen und Neuenkamp aus dem Kreis Lennep aus. Remscheid erhielt Stadtrechte, die beiden Bezirke wurden am 1.4.1893 nach Remscheid eingemeindet. Auch die Lenneper Bürger mussten sich am 1. August 1929 nach starken Protesten geschlagen geben und wurden ebenfalls nach Remscheid eingemeindet.
Heute präsentiert sich die Altstadt mit seinen granitgepflasterten Gassen als ein bedeutendes Beispiel für das "Bergische Barock".
[bearbeiten] Katastrophen und Wiederaufbau
Lennep wurde wiederholt von Kriegswirren, Seuchen, vor allem aber von verheerenden Bränden heimgesucht. Der letzte große Stadtbrand im Jahr 1746 zerstörte nahezu die gesamte Stadt. Viele Händler und Anwohner wurden arbeitslos und ließen sich daraufhin in angrenzenden Städten wie Lüttringhausen oder Brügge nieder.
Die Altstadt wurde auf dem überlieferten, radialen Stadtgrundriss in Fachwerkbauweise wieder aufgebaut. Sie ist bis heute in dieser Ursprünglichkeit erhalten.
1978 erklärte der Remscheider Stadtrat den Altstadtkern zum Sanierungsgebiet, um dieses Kleinod zu bewahren, aber auch, um ein besseres Umfeld für die Bewohner zu schaffen. Ein gutes Beispiel für eine gelungene Sanierung ist die Klosterkirche. Die Sanierungsmaßnahmen konnten erfolgen, nachdem sich der Verein Klosterkirche RS-Lennep e.V. gründete. Ein Abriss konnte so verhindert werden. Heute sind hier ein Kulturzentrum und das Restaurant „Klosterschänke“ untergebracht.
Das Kulturzentrum Klosterkirche hat in den Jahren seiner Kulturarbeit schon viele große Künstler nach Lennep geholt.
[bearbeiten] Bauten
Eines der auffälligsten Bauten ist das ehemalige Kaufhaus Dörrenberg (erbaut 1912-13) am Kölner Tor, das lange Jahre der Kaufhauskette Karstadt und später Hertie gehörte. Es war das Werk des Düsseldorfer Architekturbüros Klose und Schäfer, das seinerzeit auf Warenhäuser und Geschäftshäuser spezialisiert war. Während uns heute das Gebäude des ehemaligen Kaufhauses schön und historisch anmutet, war augenscheinlich seine Erstellung für so manchen Lenneper Bürger damals mit den Erinnerungen an die gute alte Zeit verbunden, die nun mit diesem "modernen Klotz" zu Ende ging. Inzwischen ist das Gebäude durch die Liquidierung des Kaufhauses bis auf einen Einleger verwaist.
[bearbeiten] Wilhelm Conrad Röntgen
Lenneps berühmter Sohn ist Wilhelm Conrad Röntgen. Als Spross eines "Tuchhändlers zu Lennep" wurde er am 27. März 1845 in dieser Stadt geboren. W. C. Röntgen erlangte Weltruhm durch die Entdeckung der nach ihm benannten X-Strahlen (Röntgen-Strahlen). Wenige Meter von seinem Geburtshaus am Gänsemarkt 1 entfernt, steht das Deutsche Röntgen Museum mit einer in der Welt einmaligen Sammlung von Apparaturen für die Anwendung der X-Strahlen.
[bearbeiten] Weblinks
- Verkehrs- und Förderverein Lennep e.V.
- Kulturzentrum Klosterkirche
- Stadtteilportal von und für Lenneper Bürger.
Koordinaten: 51° 11′ 33″ N, 7° 15′ 26″ O
