Selbsthilfegruppe für Pflege- und Adoptiveltern von alkoholgeschädigten Kindern

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In der Selbsthilfegruppe für Pflege- und Adoptiveltern von alkoholgeschädigten Kindern treffen sich leibliche Eltern, Pflege- und Adoptiveltern, Betroffene und Interessierte zum gemeinsamen Austausch. Unterstützung, Aufklärung und Hilfestellung in Krisensituationen ist dabei ein wichtiges Anliegen für die von Remscheid aus arbeitende Regionalgruppe der FASworld e.V. Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Hintergrund

Alkoholkonsum der Mutter während einer Schwangerschaft ist eine sehr häufige Ursache für angeborene körperliche und organische Fehlbildungen, geistige Behinderungen, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen sowie für lebenslang bestehende teils extreme soziale Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern.

Sehr viele Betroffene sind dauerhaft auf Unterstützung angewiesen, denn die Störungen sind nicht ursächlich therapierbar, sie "verwachsen" sich nicht, sind nur sehr begrenzt beeinflussbar durch Erziehungsmaßnahmen und bedeuten für die Kinder, Jugendlichen und auch für die Erwachsene ganz erhebliche Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen. Z.B. in Kindergarten und Schule, im Kontext von Freizeit und Arbeit sowie natürlich im Familien- und (sofern überhaupt vorhanden) auch im Freundeskreis.

Viele Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen wachsen in Pflege- oder Adoptivfamilien auf, da zum Teil ihre leiblichen Eltern durch eine hohe lebensbestimmende Eigenproblematik (z.B. Alkoholabhängigkeit) nicht fähig sind, ihr Kind angemessen zu versorgen.

[bearbeiten] Begriffsklärung FAS, FAE, FASD

Das Vollbild alkoholbedingter Schädigungen bei einem Kind wird unter dem Begriff Fetales-Alkohol-Syndrom (FAS) oder auch Alkoholembryopathie (AE) zusammengefasst. Die in der Symptomatik abgeschwächte, aber in den Auswirkungen für das Kind dennoch schwer wiegende Form des Syndroms wird Fetale-Alkoholeffekte (FAE) genannt.

Eine klare Unterscheidung ist nicht immer möglich, denn die Grenzen sind recht fließend. Alle relevanten Diagnosen werden darum zunehmend öfter unter dem Sammelbegriff Fetal Alcohol Spectrum Disorder (FASD) zusammengefasst (übersetzt: Fetale-Alkohol-Spektrum-Störung).

[bearbeiten] Ursache, Prävention, Häufigkeit

Die Ursache aller Fetalen-Alkohol-Spektrum-Störungen ist ausschließlich der Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft mit dem Kind. Umgekehrt wären die entsprechenden Schädigungen vollständig vermeidbar durch den konsequenten Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft.

Bislang konnte nicht nachgewiesen werden, dass bzw. ob es überhaupt eine nichtschädigende Alkoholmenge oder -art gibt, die gefahrlos während einer Schwangerschaft konsumiert werden dürfte. Sicher gesagt werden kann jedoch, dass es längst nicht nur Kinder alkoholkranker Frauen sind, die geschädigt werden. Auch vom Gelegenheitskonsum während einer Schwangerschaft kann das sich entwickelnde Kind lebenslange Beeinträchtigungen davontragen. Die einzig richtige Verhaltensregel lautet also nach wie vor:


Konsequenter Verzicht auf jeglichen Alkoholkonsum während der gesamten Dauer von Schwangerschaft und Stillzeit!


Da aber leider nach wie vor viele Schwangere die Gefahren stark unterschätzen und allzu leichtfertig (und manchmal auch leichtgläubig) mit dem eigenen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft umgehen, ist das Fetale-Alkohol-Syndrom seit langem die häufigste nicht genetische Ursache für angeborene geistige Behinderungen.

Es wird in Deutschland von jährlich rund 4.000 Babys ausgegangen, die mit einer Fetalen-Alkohol-Spektrum-Störung geboren werden und lebenslange, oft schwer wiegende Beeinträchtigungen zu erwarten haben.

[bearbeiten] Tag des alkoholgeschädigten Kindes

Der 9. September ist der „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“. Entstanden ist er auf Initiative der Organisation FASworld im Jahr 1999. Mit dem Ziel, über die Thematik Alkoholkonsum in der Schwangerschaft und seine Folgen aufzuklären und zu informieren, wird am 9.9. in vielen Ländern der Welt auf die schwierige Situation von Kindern und Jugendlichen aufmerksam gemacht, die durch den Alkoholkonsum ihrer Mütter während der Schwangerschaft unterschiedlich schwer geschädigt wurden.

Denn nach wie vor werden die Gefahren von Alkoholkonsum der Mutter während einer Schwangerschaft unterschätzt oder verharmlost. Durch Informationskampagnen u.ä. wird am „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“ das Thema in den Mittelpunkt des öffentlichen Interessen gestellt und ausdrücklich auf die Gefahren von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft hingewiesen. Zudem wird auf die Situation von (Pflege-) Familien aufmerksam gemacht, in denen ein geschädigtes Kind lebt.

[bearbeiten] Kontakt

Die Selbsthilfegruppe für Pflege- und Adoptiveltern von alkoholgeschädigten Kindern veranstaltet für alle Interessierten aus Remscheid und umliegenden Städten regelmäßig Treffen im Café Lichtblicke, Gertenbachstraße 2, 242899 Remscheid. Termine können erfragt werden bei:


Hiltrud Abel-Gregorzyk

Poststraße 1 a

42897 Remscheid

Tel. 02191 / 20 955 11

E-mail: abel-gregorzyk(at)t-online.de


[bearbeiten] Weblinks

[bearbeiten] Literatur

  • Pflege- und Adoptivfamilien in NRW e.V. (Hrsg.): Alkoholgeschädigte Kinder in Pflege- und Adoptivfamilien
  • Hiltrud Abel-Gregorzyk: Kleine Hand in meiner Hand (Gedichtband)
  • Mein Name ist Amanda und ich habe FAE (Buch für Kinder mit FAS/FAE)
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